Was für ein Urlaub – Was für ein Roadtrip!
Der letzte Urlaub der Saison stand an und eigentlich wollten wir direkt nochmal in den Hunsrück um all die Routen zu Wandern für die es im August einfach zu heiß war…! Aber dann hatte ich irgendwie doch eher Lust auf etwas anderes, etwas Neues…!
Der Drachentöter (der ja überhaupt nicht gerne plant) sagte wie immer „Mir ist das völlig egal, entscheide und plane du und ich fahre…!“ Gesagt - getan! An einem verregneten Sonntag setzte ich mich also hin und versank den halben Tag in Planungen (ich liebe das ja)! Ich nahm mir den "mittleren Süden" vor denn dort waren wir fast noch gar nicht!
Klar ist es reizvoll in Regionen zu fahren die man schon erschlossen hat denn man weiß dass es dort schön ist und hat schon so einige, schöne Übernachtungsplätze sicher aber man entdeckt auch wenig Neues…! Es ist schon komisch den eigentlich hasse ich ja Veränderungen jeglicher Art und greife nur zu gerne auf altbewährtes zurück aber beim Campen ist das komplett anders! Beim Campen entdecke ich super gerne neue Orte und erschließe neue Übernachtungsplätze…!
Schnell waren so einige Ziele und Wanderrouten zusammengestellt und diesmal sollte es tatsächlich nicht nur „Wildnis“ sein denn ich hatte auch 2 Städte auf der Liste die ich mir unbedingt ansehen wollte…!
Der Urlaub rückte näher und die Wetterprognosen waren super! Da es sich um eine neue Region bzw neue Regionen handelte, war uns klar dass es vermutlich keine super schönen Übernachtungsplätze geben würde sondern eher Funktionale! Um „schön“ kann man sich vor Ort dann immer noch kümmern aber erst einmal geht es darum überhaupt Plätze zu haben…! Da hat sich in den letzten Jahren aber wirklich viel getan denn dank KI muss man eigentlich nicht mehr einfach so ins Blaue fahren sondern hat definitiv Plätze sicher! „Schön“ ist aber eine ganz andere Sache denn in diesem Punkt weicht die KI doch erheblich von unserer Vorstellung von „schön“ ab…!
Wir starteten also Richtung Süden und unser erstes Ziel sollte der hessische Odenwald sein! Dort waren wir vor einigen Jahren schon einmal für einen 2 tägigen Kurztrip aber wir hatten keine schönen Übernachtungsplätze sondern waren einfach ins Blaue gefahren und standen funktional…!
Zuerst wollten wir am „Katzenbuckel“ (dem höchsten Berg des Odenwaldes) vorbeischauen, er sollte aber nicht bestiegen werden! Auf dem Weg zu einem möglichen Basislager für die nächsten Tage, wollten wir nur den Blick auf den Katzenbuckel genießen und er war toll (mit Katzenbuckel im Vordergrund)! ;-)
Danach ging es weiter denn ich hatte 3 mögliche Wanderparkplätze auf der Liste aber einer war schäbbiger als der andere! An allen 3 hätten wir definitiv erst einmal stehen können aber unsere Ansprüche sind dann mittlerweile doch etwas höher…! Wir fuhren also einfach immer weiter und irgendwann fanden wir dann eine hübsche, geschwungene Straße die hoch in die Weinberge führte! Dort am Fuße der Weinberge, schlugen wir dann unser Nachtlager auf und waren begeistert – viel besser als diese schäbbigen 3 Wanderparkplätze die „Kai-Ingo“ ausgespuckt hatte…!
Der Platz war schön, es waren 24 Grad und wir saßen im T-Shirt zwischen den Weinbergen – es war toll! Zumindest bis wir zur Feierabendzeit gemerkt haben dass die Verbbindungsstraße zwischen den umliegenden Dörfern gesperrt war und deshalb der gesamte Verkehr durch die Weinberge umgeleitet wurde! Unglaublich was da los war! Selbst LKWs und der Linienbus quälten sich die Weinberge hoch und ich bin mir ziemlich sich, dass sogar die Coca-Cola-Trucks an uns vorbei gekommen sind…! ;-) Es war ein bisschen wie Campen an der A40! Die ganze Situation war so absurd dass wir einfach nur mit dem Kopf schütteln und lachen konnten…! Irgendwann beruhigte sich der Verkehr aber und es wurde doch noch ein ruhiger Abend/Nacht!
Wir schliefen gut aber zum Berufsverkehr ging der ganze Spaß natürlich von vorne los…! Dann reichte es dem Drachentöter und er sagte „ich will in Ruhe Frühstücken und mich ohne Zuschauer anziehen! Ich hab auf der Karte gesehen dass oben in den Weinbergen ein kleiner Wanderparkplatz ist! Wir klappen jetzt schnell das Bett zusammen und fahren dort hin – schlimmer kann es dort ja nicht sein“! Gesagt – getan! Und es war wirklich ärgerlich denn wir fuhren vielleicht 3 Minuten mit Otto die Weinberge hoch und standen vor einem spitzenmäßigen, ruhigen Wanderparkplatz mit toller Aussicht…! Wären wir am Vortag noch 3 Minuten weiter gefahren dann wäre uns die A40 erspart geblieben…! Aber so ist das halt bei der Erschließung neuer Regionen…! Außerdem waren zu dem Zeitpunkt bereits 5 Stunden gefahren und wollten einfach nicht mehr weiter…!
Dort konnten wir jedenfalls richtig schön Frühstücken und uns für den Tag fertig machen! Dabei stellten wir dann auch fest dass wir am Vortag so weit gefahren waren dass wir mittlerweile gar nicht mehr im Odenwald sondern schon im Schwabenland waren…! Das ging uns in den nächsten Tagen übrigens immer wieder mal so, wir wussten oftmals gar nicht wo wir überhaupt sind da alles so nahtlos in einander übergegangen ist…!
Wir starteten also in den Tag und hatten uns direkt viel vorgenommen! Geplant war eine 8 Kilometer lange Wandertour zu den Hörschbachwasserfällen im schwäbisch-fränkischen Wald (hatte ich vorher noch nie gehört)! Dazu mussten wir ein Stückchen fahren und wir hielten währenddessen natürlich die Augen offen denn schließlich ging es ja auch darum den Süden für uns zu erschließen und schöne Übernachtungsplätze zu finden…! Und wir wurden auch direkt fündig und entdecken einen sehr schönen und abgelegenen Wanderparkplatz mitten im Wald!
Die Wasserfalltour war toll, hatte es aber auch in sich denn die Hörschbachschlucht war nicht ohne…! Es gibt den vorderen- und den hinteren Wasserfall, wobei es uns hauptsächlich auf den hinteren Wasserfall ankam denn dort gibt es eine Besonderheit! Nach so einem trockenen Sommer ist die Gefahr natürlich groß dass der Wasserfall kaum Wasser führt aber das ist bei diesem Wasserfall nicht so schlimm denn er verfügt über einen Staumechanismus, extra für Wanderer! Mit einer Klappe kann man den Bach, der den Wasserfall speist, nämlich anstauen (oder heißt das aufstauen?) und die Klappe anschließend öffnen, so dass man den Wasserfall in seiner vollen Pracht bestaunen kann auch wenn der Bach wenig Wasser führt – eine ganz tolle Sache! Nach 20 Minuten entschieden wir dass wir genug gestaut hatten und öffneten die Klappe – es war klasse! Am vorderen Wasserfall gab es so eine Stauklappe nicht aber auch dieser Wasserfall war trotz des wenigen Wassers sehr hübsch anzusehen…!
Das war ein wirklich toller Tag und eine tolle Wanderung und glücklich und zufrieden fuhren wir zurück in die Weinberge denn selbstverständlich wollten wir an unserem kleinen Frühstücksplatz in den Weinbergen schlafen! Seit dem frühen Nachmittag war die Sonne auch ordentlich rausgekommen und wir genossen dort die Abendsonne! Es gab dann noch einen traumhaften Sonnenuntergang und ich zog tatsächlich noch mal los und streifte eine Runde durch die Weinberge um Fotos vom Sonnenuntergang zu machen…!
Die Nacht war super, nicht ansatzweise kalt und der Platz war einfach perfekt gelegen denn bereits zum Frühstück saßen wir im T-Shirt komplett in der Sonne! Für den Sommer ist dieser Platz allerdings nichts denn dann wären wir in Flammen aufgegangen...! Für eine Herbsttour ist er aber perfekt!
An diesem Tag stand eine Städtetour auf dem Plan denn die 8 Kilometer Wanderung vom Vortag war doch sehr anstrengend! Außerdem wollte ich mir unbedingt Bad Wimpfen anschauen! Bad Wimpfen ist ein wunderschöner Kurort im Kraichgau! Die Altstadt mit ihrem mittelalterlichen Flair und den unzähligen Fachwerkhäusern liegt auf einem Berg und ist somit vom Rest des Ortes zweigeteilt! Es ist ein bisschen so als wäre man in einer anderen Zeit! Die Sonne strahlte und es war herrlich warm! Und da es unter der Woche und außerhalb der Ferien war, war dort auch überhaupt nichts los und wir konnten die wunderschöne Altstadt in vollen Zügen genießen und Eis und Kuchen in der Sonne essen! Am Wochenende, wenn die Kurgäste keine Anwendungen haben dann bekommt man dort aber bestimmt kein Bein an die Erde…!
Es war ein ganz toller Tag und wir fuhren glücklich und zufrieden wieder in Richtung schwäbische Weinberge! Dort angekommen traf uns dann aber der Schlag denn auf UNSEREM wunderschönen Platz an der Sonne stand ein Wohnmobil – wir hätten schreien können! Etwas zerknirscht fuhren wir dann weiter denn wir hätten sooo gerne wieder dort geschlafen! Der Platz ist aber nicht gerade groß und etwas Privatsphäre für die morgendlich zu erledigenden Dinge sind schon notwendig…! Na ja, wir hatten ja am Vortag den wunderschönen Waldplatz gefunden allerdings hatte er für diese Jahreszeit einen entscheidenden Nachteil denn er liegt komplett im schattigen Wald…!
Der Abend war schon ziemlich kühl, ließ sich mit dickem Pulli und Tee mit Rum aber gut aushalten und für die Nacht hatten wir ja Wolf und Wärmflasche (die Standheizung brauchten nur einmal ganz kurz)! Der Morgen allerdings hat uns an unsere Grenzen gebracht denn es war einer der kältesten Morgen die wir beim Campen je erlebt haben! Bei 6 Grad saßen wir frierend beim Frühstück und meine eisigen Finger waren kaum in der Lage ein Ei zu pellen…! Das war wirklich hardcore und ich weiß bis jetzt nicht wie ich waschen und umziehen überlebt habe…! Dabei schien außerhalb des Waldes wieder kräftig die Sonne, sie erreicht uns halt nur nicht…!
Als wir den Wald verließen und die Sonne auf Otto knallte, konnten wir endlich „auftauen“ und dafür hatten wir auch etwas Zeit denn an diesem Tag wollten wir die Region verlassen und ins 120 Kilometer entfernte Unterfranken übersetzen! Ja von Bayern bzw Franken kommen wir irgendwie nicht los! Allerdings waren wir vorher noch nie in Unterfranken, sondern immer ein ganzes Stück weiter in der fränkischen Schweiz unterwegs…! Eigentlich wollten wir im Juni (nach den Tagen in der fränkischen Schweiz) noch ein paar Tage Unterfranken dranhängen denn ich wollte mir unbedingt Miltenberg ansehen aber dafür war es dann einfach zu heiß…! Diesmal sollte es aber unbedingt nach Miltenberg gehen und so machten wir uns auf den Weg…!
In Unterfranken angekommen haben wir uns aber erst einmal alle Wanderparkplätze angesehen die „Kai-Ingo“ so ausgespuckt hatte und diesmal hatte er bei einem Platz voll ins Schwarze getroffen! Ein wunderschöner und abgelegener Platz in den Bergen, allerdings ohne Sonne! Nach der letzten Nacht bzw dem letzten eiskalten Morgen, fanden wir diese Vorstellung allerdings sehr gruselig, merkten uns den Platz aber natürlich erst einmal vor…! Die anderen beiden Plätze konnte man übrigens komplett vergessen, da muss Kai-Ingo noch viel lernen…!
Wir fuhren also nach Miltenberg und waren begeistert! Auch Miltenberg verfügt über eine wunderschöne Altstadt mit mittelalterlichem Charme und vielen Fachwerkhäusern, außerdem ist sie mindestens 4x so groß wie Bad Wimpfen! Sie liegt etwas erhöht am Fuße der Berge aber direkt am Neckar und hat eine wunderschöne Uferpromenade mit unzähligen sitz und Liegemöglichkeiten! Ausflugsschiffe gibt es auch in Massen und mehrere Kirchen und Stadttore! Wir haben an diesem Tag ganz schön Kilometer runtergerissen denn es gibt sehr viel zu sehen…! Auch dort war es an dem Tag herrlich leer (wenn man von den vielen geführten, englischsprachigen Reisegruppen mal absieht)! Die waren aber kein Problem denn die blieben gefühlt an jedem Fachwerkhaus 15 Minuten stehen und man konnte sie somit gut überholen und ihnen aus dem Weg gehen! Das Highlight was definitiv der historische Marktplatz mit dem Brunnen – einfach wunderschön! Aber auch die unzähligen, kleinen Gassen sind traumhaft! Irgendwann bekamen wir dann Hunger und setzten uns in ein Brauhaus mit Sicht auf den Neckar und aßen dort in der Sonne fränkische Spezialitäten…!
Dann wurde es Zeit aufzubrechen denn wir wollten noch ein bisschen „scouten“ denn wir hofften noch auf „einen Platz an der Sonne…!“ Und den fanden wir dann auch tatsächlich noch! Zwischen Wald und Feld lag ein kleiner und sehr abgelegener Wanderparkplatz auf einer Lichtung – mit Abendsonne! Dort ließen wir uns dann nieder und waren total zufrieden! In der Ferne gab es einen tollen Sonnenuntergang, der Abend war nicht zu kalt und wir haben super geschlafen! Morgens hatten wir zwar keine Sonne aber es waren angenehme 13 Grad und wir konnten uns beim Frühstück wieder mehr Zeit lassen…! Außerdem stellten wir fest dass wir mal wieder die Region, ja sogar das Bundesland gewechselt hatten denn der Platz lag nicht mehr im bayrischen Unterfranken sondern im hessischen Odenwald…!
An diesem Tag sollte es in die Seltenbachschlucht (die Schlucht der Salamander) gehen! Eine schöne 4 Kilometer Wanderung stand uns bevor! Dass wir wahrscheinlich keine Salamander sehen würden das war uns im Vorfeld schon klar denn die sind hauptsächlich Nachtaktiv! Hinzu kam aber das aufgrund der langen Trockenheit die Schlucht komplett ausgetrocknet war! Eigentlich schlängelt sich dort nämlich ein Bach durch die komplette Schlucht und es gibt deshalb viele kleine Brücken! Bis auf ein paar Pfützen war dieser aber leider komplett trocknen, was der Schönheit der Schlucht leider etwas Abbruch getan hat…! Aber am meisten Leid taten mir die Salamander die es ja gern feucht und nass mögen…! Während der Wanderung stellten wir übrigens fest dass wir uns dort mittlerweile im Spessart befanden…!
Anschließend haben wir uns noch das sehr kleine, aber auch sehr hübsche Örtchen Amorbach angesehen! Tolle Kirche, super hübsche Fachwerkhäuser und komplett mit Kopfsteinpflaster ausgestattet…! Dort startete nämlich eine weitere Wanderroute, hoch in die Berge, die wird in der Woche eigentlich noch machen aber nicht mehr geschafft haben! Aber zumindest Amorbach wollte ich mir noch anschauen…!
Danach ging es zurück zu unserem neu entdeckten Wanderparkplatz und wir mussten feststellen dass es an diesem Tag leider keine Abendsonne gab! Es war der zweite Herbsttag und am Vortag hatten wir im Radio gehört dass die Sonne bzw die Erde jetzt ihre Umlaufbahn oder den Winkel der Erdachse (so genau haben wir dann doch nicht aufgepasst) etwas verlagert hat! Wir dachten noch „Na das wird ja so minimal sein dass man es gar nicht wahrnehmen sondern lediglich messen kann“ aber Pustekuchen! Wenn man darauf angewiesen ist und darauf achtet dann merkt man das tatsächlich sehr deutlich! An diesem Abend schaffte es die Sonne nämlich nicht mehr über die Baumwipfel und gab keine Abendsonne für uns, obwohl wir Otto wieder an exakt derselben Stelle geparkt hatten…! Das war schon echt faszinierend, da achtet man im Alltag ja gar nicht drauf…! Es war an diesem Abend auch direkt deutlich kühler, war mit Tee und Rum aber gut auszuhalten…!
Geschlafen haben wir gut, auch wenn wir die Standheizung dann doch 2x laufen gelassen haben…! Zum Sonnenaufgang waren wir bereits wach und der war richtig schön! Nach dem Frühstück ging es dann in Richtung Heimat! Und da wir zwischendurch ja die Regionen bzw das Bundesland gewechselt hatten, fuhren wir statt knapp 5 Stunden auch nur 3 ½ Stunden nach Hause und kamen spitzenmäßig durch…! Der „mittlere Süden“ wird uns definitiv wiedersehen denn es gibt so viel zu entdecken und zu erleben und tolle Stellplätze haben wir ja jetzt auch…!
Das war er also, der letzte Urlaub der Saison und er war großartig! So ein tolles Saisonende hatten wir bisher noch nie! Ein Hoch auf die „alten Weiber“ denn wir hatten fast durchgehend strahlenden Sonnenschein und jeden Tag Temperaturen von 20-24 Grad!
Das war ein richtig cooler Roadtrip! Wir haben richtig viel gesehen und erlebt, sind toll gewandert und haben neue Plätze erschlossen! Genau so hatte ich mir das vorgestellt und genauso ist es gekommen…!
Fotos gibt es natürlich auch massig:














































































