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Sonntag, 17. Mai 2026

Die einsame Jagdhütte in Niederbayern!

Der nächste Urlaub liegt hinter uns und er war traumhaft!

Bereits im November sagte der Drachentöter dass er zur Abwechslung gern mal wieder eine Unterkunft buchen würde! Da der Otto-Urlaub im letzten Mai wegen Wetter und „Knöchel-Gate“ ja ziemlich ins Wasser gefallen war, beschlossen wir also für unseren Maiurlaub etwas zu buchen denn dann wären wir nicht auf gutes Wetter angewiesen und der Drachentöter würde seine gewünschte Abwechslung bekommen…!

Ich hingegen hatte den Wunsch dass es aber keine „normale“ Ferienunterkunft werden sollte und so machte sich der Drachentöter auf die Suche und er hat sich selbst übertroffen…!

In Niederbayern, kurz vorm Bayrischen Wald, wurde 1878 eine Jagdhütte errichtet, die seitdem von Generation zu Generation in der Familie weitergegeben wurde! Im Laufe der Jahrzehnte wurde sie immer mal wieder etwas umgebaut und restauriert und mittlerweile wird sie vom aktuellen Besitzer als Ferienunterkunft vermietet!

Der Drachentöter zeigte mir Bilder dieser wirklich sehr abgelegenen Jagdhütte mitten im Wald und ich war sofort begeistert und unsere Ferienunterkunft war somit gefunden! Monatelang freuten wir uns auf diesen Urlaub und dann war es endlich soweit!

Am Sonntag fuhren wir in aller Früh los und flutschten die 600 Kilometer bis Niederbayern nur so durch (man muss ja auch mal Glück haben)! Mittags waren wir dort und trafen uns mit der Vermieterin am Waldrand denn alleine hätten wir die Hütte nie im Leben gefunden!

Wir hatten ja schon ein paar Mal einsame Waldhütten gemietet (einmal in Hessen und einmal im Schwarzwald) aber keine war bisher SO tief im Wald gelegen wie diese Hütte – einfach fantastisch!

Vom Waldrand aus ging es noch eine ganze Weile mit dem Auto bis zur Hütte, die Wege wurden immer unwegsamer und man musste ganz schön aufpassen nicht aufzusetzen! Und nach der letzten Abzweigung stand sie dann tief im Wald versteckt vor uns – die Jagdhütte! Und sie war sogar noch cooler und einsamer als auf den Fotos…!

Die Vermieterin stellte uns 40 Liter Wasser in Kanistern auf die Veranda, erklärte uns kurz den Kanonenofen und die 2 Solarzellen (mit denen man zumindest kurzzeitig 2 kleine Lampen versorgen konnte), das Plumsklo und den Schwenkgrill und überlies uns dann der Einsamkeit des Waldes!

Das Wetter war an diesem Tag herrlich, wir waren bei sommerlichen 24 Grad angereist, wir genossen den Tag und saßen bis spät abends draußen, lauschten dem Kuckuck und später auch noch den Eulen – einfach nur großartig!

Eigentlich hätten wir auf der Veranda gesessen aber wir entdeckten einen Nistkasten, in dem ein Meisenpärchen gerade seine Babys großzog und diese trauten sich durch unsere Anwesenheit nicht mehr zum Nistkasten und konnte somit keine Nahrung bei den Kleinen abliefern! Man mag uns für verrückt halten aber das hat uns so ein schlechtes Gewissen bereitet dass wir ihnen die Veranda überlassen haben! Wir holten dann einen Holztisch aus dem Schuppen und verbrachten den Tag/Abend in unseren Campingstühlen vor der Hütte! Wenn wir dafür keinen Orden verdient haben dann weiß ich auch nicht…!  ;-)

Geschlafen haben wir ganz wunderbar und zwar auf einer großen Matratze auf der Empore/Galerie der Hütte, umgeben von 88 Geweihen, einem Fuchs- und einem Wildschweinkopf (ja ein kleines Gruselkabinett hatten wir also auch)! Das erklimmen der Leiter zur Empore war zwar etwas abenteuerlich aber von dort oben hatten man durch das kleine Dachfenster einen tollen Blick in den Wald! Wir hätten auch in der kleinen, zusätzlichen Kammer mit dem Doppelstockbett schlafen können aber darauf hatten wir keine Lust…!

Da wir durch unsere Otto-Urlaube ja noch viel mehr Minimalismus gewohnt sind, hatten wir auch noch unseren eigenen Wasserkanister und unsere Solarlaternen dabei…! Außerdem brauchten wir zum Kochen unseren Gaskocher (das wussten wir aber vorher) da es ansonsten keine Kochmöglichkeit gab!

Den ersten Morgen verbrachten wir auf der Veranda denn die Meisen hatten dann doch festgestellt, dass von uns keine Gefahr ausgeht und während wir frühstückten, flogen sie fleißig hin und her und versorgten den Nachwuchs mit Nahrung, direkt neben uns – sooo süß!

Dann fuhren wir in den Bayrischen Wald und brachen zur ersten Wanderung auf! Das Wetter war an diesem Tag etwas kühler und es wurden nur 18 Grad (was beim Wandern aber eine sehr angenehme Temperatur ist)! Es ging rauf zum Gipfelkreuz des „Predigtstuhl“, die Aussicht war toll und es war eine schöne Wanderung! Auf der Rückfahrt in „unseren Wald“ suchten wir uns eine kleine Metzgerei und deckten uns erst einmal mit regionalem Fleisch für den Grill (u.a Rehsteaks) und allerlei Wurstleckereien fürs Frühstück ein!

Zurück an der Hütte setzte Regen ein aber das störte uns nicht denn wir hatten eh vor den Abend mit Grillfleisch und Stockbrot an unserer überdachten Grillstelle zu verbringen…! Auch in dieser Nacht schliefen wir super!

Die Nacht brachte nicht nur viel Regen sondern auch Kälte mit! Die Eisheiligen waren da – aber volles Rohr! An diesem Tag sollten es tatsächlich nur 4 Grad werden!!! Es gibt Sprüche die ich absolut nicht mag und auch nicht unterschreibe und einer dieser Sprüche ist „Es gibt kein schlechtes Wetter sondern nur schlechte Kleidung“! Diesen Spruch finde ich eigentlich besonders doof – außer im Urlaub! Urlaub ist einfach zu wertvoll um ihn sich vom Wetter versauen zu lassen! Also zogen wir so ziemlich alles an was wir im Gepäck hatten und brachen zur nächsten Wanderung auf! Es sollte auf den Gipfel des „Pröller“ gehen! Und als wir am Startpunkt der Wanderung ankamen da fing es doch tatsächlich an zu schneien…!!! Unglaublich!! Schnee im Mai!!!

Wir saßen eine Weile in Otto und überlegten was wir nun machen sollten! Dann wurde der Schnee aber weniger und wir beschlossen den Aufstieg zu wagen! Es fielen dann auch nur noch vereinzelte Flocken, die tatsächlich als richtige kleine Sterne runterkamen – was ich so noch nie gesehen hatte…! Und da der Aufstieg ziemlich steil war, ging es mit den Temperaturen sogar…! Oben am Gipfel peitschte der Wind ordentlich aber zumindest waren wir komplett alleine! Der „Pröller“ ist nämlich ein sehr beliebtes Wanderziel aber bei diesem Wetter waren wir die einzigen Idioten die zum Gipfel wanderten…! ;-)

Zurück in der Hütte feuerten wir den Ofen erstmal kräftig an und als wir aus der Hütte eine Sauna gemacht hatten, beschloss ich dass es doch eine gute Idee wäre mir die Haare zu waschen! Ich sag euch, bei 4 Grad Außentemperatur die Haare zu waschen ist eine Erfahrung die man unbedingt mal gemacht haben muss – NICHT! ;-) Aber die Idee war gut denn in der „Sauna“ waren sie ruckzuck wieder trocken…! Den Abend verbrachten wir dann bei Ofenwärme und Kerzenschein in der Hütte, was sehr gemütlich war…!

Am nächsten Morgen war dann die Sonne zum Glück wieder da und es wurde auch wieder wärmer! Zum Frühstücken auf der Veranda war es zwar zu kalt aber ein Morgenkaffee in der Sonne vor der Hütte war durchaus drin…! An diesem Tag sollten es dann letztendlich zumindest wieder 14 Grad werden! Es stand eine besondere Wanderung an denn es sollte zu einem Wasserfall gehen (ich liiieeebe ja Wasserfälle)!

Ich konnte mich im Vorfeld nicht zwischen 2 Wasserfällen entscheiden aber ein kurzer Blick ins Internet (wir hatten an der Hütte tatsächlich ein bisschen Netz), nahm mir die Entscheidung dann ab! An einer der beiden Wasserfallrouten gibt es nämlich eine Berghütte mit tollem Bergblick auf den „kleinen Arber“ aber diese hatte selbstverständlich geschlossen (unser uns ständig begleitender „Hüttenfluch“)! Die Begründung hatte ich vorher aber noch nie gehört! Es war nämlich nicht etwa der wöchentliche Ruhetag (der uns so oft einen Strich durch die Rechnung macht), eine Renovierung oder einfach nur Ferien, sondern die Brutzeit des Auerhahns! Krass, oder?! Von Ende April bis Anfang Juni hat diese Hütte tatsächlich geschlossen weil dann die Auerhähne brüten! Find ich ja irgendwie ganz großes Kino! Und WIR haben uns was drauf eingebildet dass wir den Meisen einen Nachmittag lang unsere Veranda überlassen haben…! ;-)

Also war die Entscheidung gefallen und es ging nicht zum „Rißlochfall“ sondern zum „Hochfall“ nach Bodenmais! Das Wetter spielte mit und die Tour war auch sehr schön aber viel anstrengender und anspruchsvoller als die Wanderapp behauptete…! Teilweise bestanden die Pfade nur aus Wurzeln oder Geröll und wieder einmal war der Drachentöter kurz vor Scheidung…! Aber es hat sich gelohnt und als wir dann endlich am Wasserfall ankamen da war seine Laune auch wieder besser denn die Mühen hatten sich bezahlt gemacht, der Wasserfall war wirklich toll! An diesem Tag war es zwar wieder deutlich wärmer als am Vortag aber zurück in der Hütte feuerten wir den Ofen wieder kräftig an und genossen den letzten Abend, während im Wald die Rehe um die Wette riefen…!

Ja am nächsten Tag sollte es leider schon wieder nach Hause gehen! Es war großartig und wir wären gern noch länger geblieben aber wir wollten auch noch ein paar Tage des Urlaubs zu Hause verbringen (es gibt ja schließlich immer was zu tun) und ehrlich gesagt war die Hütte auch nicht grad günstig…! Tja, Einsamkeit hat halt ihren Preis aber man gönnt sich ja sonst nichts und dieser Urlaub war definitiv jeden Cent wert…!

Das war ein Urlaub voll nach unserem Geschmack, an den wir noch lange denken werden denn es war einfach nur traumhaft und es ist durchaus denkbar dass wir die Jagdhütte auch wieder mal buchen werden…!

Bilder gibt es natürlich auch:

 https://youtu.be/u6Tp2ymSrA8 

Montag, 12. September 2016

Urlaub in der Waldhütte!




Seit vielen Monaten fieberten wir diesem Urlaub entgegen und nun sind wir schon wieder zurück!
Bereits vor ein paar Jahren verbrachten der Drachentöter und das Engelchen eine Woche im Wald und zwar in der Nähe von Kassel! Dies gefiel uns so gut, dass wir so einen Waldurlaub unbedingt wiederholen wollten und in der letzten Woche war es dann soweit, allerdings noch deutlich einsamer und abgeschiedener als einst bei Kassel...! 
Unser Ziel war diesmal der Schwarzwald und es war einfach nur großartig! Anfang letzter Woche ging es also 500 Km gen Süden, in die hinterletzte Pampa des Schwarzwaldes, wo eine wirklich zauberhafte, kleine Blockhütte auf uns wartete!
Mit der Vermieterin trafen wir uns unten im Dörfchen, damit Sie uns hoch in den Wald bringen konnte und das war auch wirklich notwendig denn alleine hätten wir die Hütte niemals gefunden…!
Nachdem sich Jean-Luc (teilweise im ersten Gang denn anders war es nicht möglich) die Berge hochgequält hatte, erwartete uns eine traumhafte Kulisse! Direkt hinter der Blockhütte der dichte Wald und vor der Blockhütte ein atemberaubender Ausblick über den Schwarzwald!
Der Plan war eine Woche Ruhe und Abgeschiedenheit und die wurde es auch! Damit diese Einsamkeit nicht unterbrochen werden musste, hatten wir natürlich reichlich Lebensmittel im Gepäck, so dass wir den Wald nicht verlassen mussten!
Auf der offenen Feuerstelle wurde jeden Abend gegrillt, Folienkartoffeln wurden gegart und ich hatte Zutaten im Gepäck um jeden Tag frischen Teig für Stockbrot zu bereiten…! Ein bisschen Gemüse aus dem eigenen Garten, was braucht man schon mehr…?!?!
Tagsüber lange und einsame Wanderungen durch den wunderschönen Schwarzwald oder auch einfach nur auf der faulen Haut liegen, lesen, relaxen und abends bis spät am Feuer sitzen…!
Das Wetter meinte es auch äußerst gut mit uns denn obwohl wir ja mittlerweile September haben, hatten wir bombenmäßiges Wetter, jeden Tag so an die 30 Grad!
Erstaunlich war dass wir sogar teilweise noch Handyempfang hatten, zwar sehr schlecht und man musste schon Geduld aufbringen und wie gesagt war der Empfang auch nicht immer da, aber man konnte doch hin und wieder mal ein Lebenszeichen an die Lieben in der Heimat absetzen…!
Ein bisschen geocachen konnten wir sogar auch, allerdings mehr schlecht als Recht denn auch das GPS Signal war nur sehr schwach und auch nicht immer vorhanden! Es ist schon immer wieder erstaunlich an was für abgelegenen Orten doch tatsächlich noch vereinzelnd caches versteckt sind…!

Mitte der Woche haben wir aber doch ein einziges Mal unseren Wald verlassen denn wir wollten zu den Wasserfällen und die waren zu Fuß nun wirklich nicht zu erreichen da sie einfach zu weit weg waren! Die Wasserfälle waren traumhaft schön, allerdings sind sie auch sehr bekannt und deshalb war es dort auch nicht so einsam wie wir gern gehabt hätten und wir fuhren lieber wieder zurück zu unserer Waldhütte…!
Ansonsten war es aber Einsamkeit deluxe und uns war vorher nicht bewusst wie laut das Summen der Bienen oder das Rascheln der Mäuse im Gebüsch sein kann…!
Besonders nachts ist so ein Waldurlaub ein ganz besonderes Erlebnis denn auch wenn man auf so etwas steht, ist es doch schon ziemlich heftig wenn man am Feuer sitzt, es in den Büschen knackt und raschelt, die Eulen rufen und man um sich herum nur absolute Finsternis und die Wälder hat…!
Zwei Abende gehen auch in die Geschichte ein und zwar mit den Titeln „der Abend an dem Sack Grillkohle umfiel“ und „der Abend an dem wir den Schein einer Taschenlampe in den Büschen entdeckten und zeitgleich das Licht auf der Veranda ausging“!

Diese Tage im Wald haben sooo unglaublich gut getan und für uns steht fest dass wir das auf jeden Fall wiederholen werden und wir sind jetzt auch bereit für NOCH eine Stufe mehr Einsamkeit, vielleicht in Schweden??? -Man wird sehen…!

Natürlich hatten wir auch die Kamera dabei: