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Sonntag, 29. März 2026

4 Tage an der Mosel!

Der erste, kleine Urlaub des Jahres stand an und dafür gab es einen ganz besonderen Grund!

Mama Engelchen hatte Geburtstag und wurde 70 Jahre alt! 70 Jahre – ist das zu fassen!?

Ich kann mir keine bessere Mutter vorstellen und bin so unendlich dankbar dass ich sie habe und sie so fit und gesund ist! Und ich finde dass man ihr ihre 70 Jahre auch absolut nicht ansieht…!

Bereits vor Monaten sagte sie dass sie ihren Geburtstag nicht feiern sondern lieber wieder mit uns wegfahren möchte und diesen Wunsch haben wir ihr sehr gerne erfüllt! Wir schenkten ihr 4 Tage an der Mosel, in einer kleinen Ferienwohnung (die früher mal ein Bäckerlädchen war) und zwar im ältesten Weinort Deutschlands, nämlich in Neumagen-Drohn!

Nach anfänglich herrlichem Frühlingswetter, kippte das Wetter eine Woche vor Abreise aber wieder um und es wurde kalt, regnerisch und usselig! Passend zum Tag der Abfahrt sollte der Frühling zwar wieder zurückkehren aber wir zitterten trotzdem ganz schön denn auf die Wettervorhersage ist ja nun mal nicht immer Verlass und wir hatten uns für diese 4 Tage viel vorgenommen…!

Aber die Wetterversprechungen traten tatsächlich ein und es wurden 4 traumhafte Tage mit ausschließlich Sonnenschein und strahlend blauem Himmel bei Frühlingshaften Temperaturen – wenn Engel reisen…! ;-)

Wir hatten im Laufe der Jahre schon viele nette Vermieter aber die Vermieterin dieser Ferienwohnung gehört definitiv auf Platz 1! Vielleicht liegt das auch am Drachentöter denn seine geheime Superkraft ist einfach dass ihn Leute immer direkt ins Herz schließen und einen Narren an ihm fressen…! Ein paar Tage vor unserer Ankunft wechselte man von mail auf WhatsApp und war ganz traurig dass wir nur mit Hund kommen und nicht auch mit unserer süßen Katze…! Bei unserer Ankunft Wartete bereits eine Flasche regionaler Wein und eine kleine Schachtel Pralinen auf uns! Und auch Gismo hatte ein tolles Hundebett und Näpfe aufgestellt bekommen…! Im Kühlschrank stand eine weitere Auswahl an verschiedenen Weinen zur Verfügung, die nach dem Prinzip „Minibar“ (aber zu normalen Preisen) genossen werden konnten…! Die Vermieterin war genauso nett wie per mail oder chat und gab uns noch ein paar Ausflugstipps für die nähere Umgebung, von denen wir auch einen umsetzten…!

Da wir sehr früh losfuhren, hatten wir noch sehr viel vom Tag übrig und schlenderten erst einmal ein wenig rum und schauten uns das Örtchen an! Anschließend fuhren wir noch einmal mit Otto los, erkundeten die umliegenden Weinberge und hielten immer wieder mal irgendwo an um die tolle Aussicht zu genießen und uns ein wenig die Beine zu vertreten! Den späten Nachmittag verbrachten wir dann auf unserer sonnigen Terrasse – natürlich mit einer Flasche Wein! Im Gegensatz zu mir trinkt der Drachentöter gern mal ein Weinchen aber dieser Wein schmeckte selbst mir und ich trinke normalerweise NIE Wein…!

Wir schliefen sehr gut und am nächsten Morgen lockte auch bereits die Sonne! Natürlich hatte ich im Vorfeld bereits reichlich Pläne, bezüglich Ausflugszielen geschmiedet (ich liebe das ja)! Der Drachentöter und ich waren schon ein paar Mal in der Region Eifel/Mosel/Hunsrück unterwegs (da sind die Grenzen ja fließend), allerdings immer komplett zum Wandern in der Natur, von Städten hatten wir uns immer fern gehalten…!

Mit Mama Engelchen wollten wir uns aber auch mal ein paar Ortschaften anschauen und ich plante die Ausflüge natürlich extra „Mama Engelchen“ freundlich, schließlich wollen wir noch gaaanz lange was von ihr haben…! Auf den Bildern sieht es tatsächlich nach hardcore Wanderungen aus aber ich schwöre dass wir die „Aufstiege“ diesmal zum großen Teil  mit Otto gemacht haben und ich sehr darauf geachtet habe Mama Engelchen und klein Gisi nicht zu überfordern obwohl beide noch sehr fit sind…!

Unser erstes Ziel sollte Bernkastel-Kues sein denn darüber hatte ich viel gelesen und wunderschöne Bilder gesehen…! Zuerst setzten wir aber einen Tipp unserer Vermieterin in die Tat um und fuhren mit Otto hoch in die nahe gelegenen Weinberge, zur Wetterstation von Klüsserath! Was für eine gigantische Aussicht! Perfekt abgerundet mit ein paar Liegebänken und einer Weinstation! Das Ding war sehr cool! Man musste seinen Ausweis scannen, dann ging der Schrank auf und man konnte aus  verschiedenen Weinen wählen! Gezahlt wurde in die Barkasse oder per PayPal! Außerdem befindet sich die Station auf dem Jakobsweg, der uns auf unseren Ausflügen ja immer wieder mal begleitet…!

Dann ging es ins 15 Kilometer entfernte Bernkastel-Kues und die Bilder im Netz haben nicht zu viel versprochen! Durch die Mosel ist das Örtchen mit seinen 6.700 Einwohnern quasi in zwei Teile geteilt! Auf der einen Flussseite sind die ganzen Hotels und Ferienwohnungen und auf der anderen Seite, am Fuß der Berge, liegt die „Altstadt“ die quasi ausschließlich aus kleinen, alten Fachwerkhäuschen besteht und einem das Gefühl gibt durch ein Märchen zu laufen! Kleine und liebevoll gestaltete Lädchen laden zum Stöbern ein – einfach toll!

Wir schauten uns alles ganz genau an und durchquerten die Altstadt in Richtung Berge denn natürlich hatte ich auch noch ein kleines Wanderhighlight für den Tag rausgesucht…! Ein kleiner, aber nicht zu anstrengender Anstieg in die Berge, führte uns nämlich zu einem tollen kleinen Wasserfall! Danach hatten wir uns eine kleine Stärkung verdient und genossen bei herrlichem Wetter, auf dem wunderschönen alten Marktplatz von Bernkastel-Kues, Eisbecher und Waffeln! Es war toll, die Sonne strahlte, es war unter der Woche, keine Ferien und deshalb auch kein Trubel – einfach perfekt! 

Auf dem Rückweg fuhren wir noch an der Burgruine Landshut, die hoch über Bernkastel-Kues wacht, vorbei und statteten ihr einen spontanen Besuch ab bevor wir den Nachmittag auf unserer Terrasse mit Wein ausklingen ließen…!

Am nächsten Tag hatte Mama Engelchen dann Geburtstag und während sie mit Gisi draußen war, nutzten wir die Gelegenheit um den Frühstückstisch geburtstaglich zu schmücken! Ein kleiner Kuchen, Luftschlangen, Luftballons und Wunderkerzen wurden nämlich heimlich ins Gepäck geschmuggelt…!

Nach einem schönen Frühstück ging es dann ins 35 Kilometer entfernte Trier! Keiner von uns war zuvor in Trier gewesen und wir waren sehr gespannt! Zuerst ging es hoch zur Mariensäule, von wo aus man einen weiten Blick über Trier hat! Leider ist an der Säule wohl öfter mal Paselackentreffen und es lag einiges an Müll herum und mit Graffiti wurde auch nicht gegeizt…! Fazit: Mariensäule kann man machen – muss man aber nicht…!

In Trier selbst schauten wir uns viele berühmte Sehenswürdigkeiten an! Die Porta Nigra, die Liebfrauenkirche, den Markplatz und den Trierer Dom! Vor allem der Trierer Dom hatte es uns sehr angetan! Wirklich extrem beeindruckend! So viel Liebe zum Detail hab ich selten gesehen und so filigran gearbeitet! Man hätte Stunden im Dom verbringen und immer wieder neue Details entdecken können! Ich war auch sehr verwundert dass dort so viele morbide Figuren/Skulpturen zu sehen sind – es hat mir ausgesprochen gut gefallen…! Und auch der Innenhof mit dazugehörigem Friedhof und die Verbindungsgänge sind sehr beeindruckend und erinnern sehr an ein Kloster…! Dort hätte man problemlos „Der Name der Rose“ drehen können…!

Die Stadt selbst hat uns zwar gefallen, hat uns aber nicht umgehauen! Wir waren von der märchenhaften Kulisse in Bernkastel-Kues noch so überwältigt dass wir Trier nicht sooo viel abgewinnen konnten! Der Markplatz, mit seinen alten Fachwerkhäusern und dem Brunnen, ist schon toll und es gibt auch einige sehr schöne Fachwerkhäuser außerhalb des Platzes aber der Charme geht halt verloren wenn sich zwischen diesen Häusern z.b große kommerzielle Schuhgeschäfte befinden…! Fachwerkhaus – Fressbude, Fachwerkhaus – Schuhgeschäft, Fachwerkhaus - Handyladen usw…! Ne das hat uns nicht so gefallen! Es ist natürlich unfair eine Stadt mit 100.000 Einwohnern mit einem malerischen kleinen Örtchen mit 6.000 Einwohnern zu vergleichen aber das zeigte mir nur mal wieder dass große Städte halt einfach nichts für mich/uns sind…!

Mittlerweile wurde es auch ziemlich voll und eigentlich wollten wir, anlässlich des Geburtstages, noch richtig schön essen gehen aber das feeling stimmte in Trier einfach nicht! Kurzerhand beschlossen wir noch einmal nach Bernkastel-Kues zu fahren und uns dort ein richtig schönes, rustikales Restaurant zu suchen und natürlich wurden wir in dieser malerischen Kulisse auch schnell fündig…! Zum Nachtisch noch ein kleines Eis auf die Hand und während der goldenen Stunde ein kleiner Spaziergang am Moselufer – herrlich!

Am nächsten Tag war dann leider auch schon wieder Abreisetag aber vorher sollte es noch eine kleine Wanderung geben! Unser Ziel war das Gipfelkreuz am Aussichtpunkt des Calmont-Höhenweges, von wo aus man den schönsten Blick auf die Moselschleife hat! Der Drachentöter und ich waren 2023 schon einmal dort als wir mit Otto in der Eifel waren aber Mama Engelchen sollte diesen gigantischen Ausblick auch unbedingt zu sehen bekommen! Natürlich wählte ich diesmal, anders als 2023, eine kleine und humane Wanderroute aus…! Ich fürchte der Drachentöter will ab jetzt ausschließlich mit Mama Engelchen in den Urlaub fahren…! ;-) Anschließend machten wir uns gemütlich auf den Weg und waren am späten Nachmittag wieder zu Hause!

Es waren großartige 4 Tage, das Wetter war durchgehend super, wir hatten sehr viel Spaß und Mama Engelchen war begeistert! Der Urlaub war exakt so wie ich ihn mir vorgestellt und erhofft hatte!

Bilder gibt es natürlich auch:

https://youtu.be/7Kpwx09KNPQ 

Sonntag, 31. März 2019

Brückentage Hunsrück / Mosel!


Seit ein paar Jahren fahren wir ja mittlerweile mindestens einmal pro Jahr für ein paar Tage zum Wandern und jetzt war es wieder einmal soweit! Unser Ziel war diesmal der Hunsrück denn vor ein paar Monaten stieß ich zufällig auf die „Geierlay“ Hängeseilbrücke und dachte mir „Wow da will ich unbedingt hin“! Jetzt muss man allerdings wissen, dass der Drachentöter unter ziemlicher Höhenangst leidet und ehrlich gesagt weiß ich bis heute nicht wie ich ihn dazu gekriegt habe in diesen Wanderurlaub einzuwilligen denn schon allein bei dem Gedanken an die 100 Meter hohe, 360 Meter lange und nur 85 Zentimeter breite Hängebrücke zitterten ihm die Knie…! Ich denke es lag daran dass ich unser Quartier auf einem kleinen Weingut an der Mosel gebucht hatte und nach dem Wort „Weingut“ hatte er abgeschaltet und die Brücke irgendwie verdrängt…! ;-)

Mir war wichtig dass wir möglichst früh im Jahr in diesen Wanderurlaub starten denn bei frühlingshaftem Wetter herrscht an der Brücke bestimmt Paselacken-Flachrennen und darauf hatte natürlich keiner von uns Lust! Außerdem haben wir festgestellt, dass Wandern bei bedecktem Himmel und Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad am angenehmsten ist, man möchte beim Wandern eigentlich gar keine Sonne haben! Eine kleine, doofe Zwickmühle denn bei sonnigem Wetter sieht natürlich alles viel schöner aus, das wandern wird aber auch deutlich schwerer und man begegnet mehr Menschen…! Aus diesen Gründen wollte ich also möglichst früh im Jahr zur Brücke, außerhalb der Ferien und unbedingt auch unter der Woche!

Gebucht hatten wir eine kleine, hübsche Appartementwohnung in dem winzigen Örtchen Treis-Karden und auch diesmal war es gut dass wir unseren kompletten Proviant aus dem Ruhrpott mitgenommen hatten denn wie erwartet gab es dort keine Einkaufsmöglichkeiten und auf großes Rumgesuche nach einem Lebensmittelgeschäft in einem der Nachbarörtchen hatten wir echt keinen Bock!

Wir stellten also fest dass Treis-Karden zwar sehr niedlich ist, man dort aber nichts machen kann und somit fuhren am ersten Tag nach Cochem, schauten uns den Ort ausgiebig an und gingen lecker essen denn der „Brückentag“ sollte erst am nächsten Tag starten…!

Morgens brachen wir früh auf und fuhren in das kleine Dörfchen Sosberg denn die Hängebrücke befindet sich auf einer Wanderroute zwischen Sosberg und Mörsdorf! Eigentlich startet man die Runde in Mörsdorf aber da ich bis zuletzt nicht wusste ob ich den Drachentöter überhaupt über die Brücke gelockt bekomme, starteten wir die Route anders herum denn im Zweifelsfall hätten wir so nur wenige Kilometer umsonst zurück gelegt und hätten uns noch eine Ersatzwandertour aussuchen können…! Ich war bis zur finalen Ankunft an der Brücke auch eigentlich ziemlich sicher dass ich diese alleine überqueren und dann zurückkommen werde denn der Drachentöter war tierisch nervös…! Und noch Jemand war tierisch nervös, nämlich dat beste Melli vonne Welt! Sie leidet nämlich unter noch viel stärkerer Höhenangst als der Herr Drachentöter und machte sich natürlich (totaaal süß) höllische Sorgen um uns und sah uns schon samt Brücke in die Tiefe stürzen…! Ich nenne Melli jetzt nur noch „Königin der Stalker“ denn sie hat während unserer Tour wohl so eisern am PC oder Handy gesessen dass sie uns tatsächlich über die Webcam der Brücke erspäht hat, obwohl sie nicht genau wusste wann wir überhaupt dort sein würden…!!

Aber zurück zur Brücke: Das Wetter war super, nicht zu kalt und nicht zu warm, öfter bewölkt, hin und wieder kam auch für längere Zeit die Sonne raus! Alleine waren wir leider nicht aber es herrschte, wie erhofft, auch kein großartiger Verkehr an der Brücke denn dann wäre der Drachentöter im Leben nicht rüber gegangen! Zuerst einmal haben sich er und die Brücke ausgiebig beschnuppert, sind um einander rumgetänzelt und dann hat er sie tatsächlich bezwungen!! Ich bin sooo stolz auf ihn aber ich glaube dass er selbst noch viel stolzer auf sich ist! Außerdem bin ich mir ziemlich sicher dass er einen neuen Überquerungsrekord aufgestellt hat denn er flitze förmlich zur anderen Seite, den Blick bloß nicht nach unten gerichtet, ich kam kaum hinter Speedy Gonzales hinterher…! ;-) Für Leute mit Höhenproblemen ist es aber auch wirklich ratsam nicht stehen zu bleiben denn dass die Brücke sich bewegt, merkt man eigentlich erst wenn man auf ihr stehenbleibt…! O.K kurz nach der Hälfte hat man es auch so gemerkt denn da schwanke dat Dingen auch während des Laufens spürbar aber da war es ja eh schon zu spät und umkehren wäre echt witzlos gewesen, das musste auch der Drachentöter einsehen…! Jedenfalls sind wir wohlbehalten auf der anderen Seite angekommen und der Drachentöter war stolz wie Bolle und vollgepumpt mit Adrenalin! Ich bin dann noch einmal alleine zurück auf die Brücke, habe ausgiebig Fotos geschossen und habe mich fotografieren lassen –es war schon echt richtig cool!

Danach konnten wir also unsere geplante 10 Kilometer Wanderroute entspannt fortsetzen ohne eine Ausweichroute zu suchen! 10 Kilometer ist übrigens immer die durchschnittliche Strecke die wir uns zum Wandern aussuchen denn wir haben in den letzten Jahren festgestellt, dass das genau die richtige Länge für uns ist…! Wir wanderten also einen schönen Rundweg, stiegen hinab ins Tal und erklommen es auf der anderen Seite wieder, ohne die Brücke erneut überqueren zu müssen…!

Am nächsten Tag entschieden wir uns für den „Masdascher Burgherrenweg“, der laut Internet zu den schönsten Wanderrouten Deutschlands zählt und das können wir nur bestätigen den wir sind jetzt noch hin und weg! Eine wunderschöne und extrem abwechslungsreiche Route, vorbei an unzähligen Bächen, kleinen Brücken, kreativen und super schönen Rastpunkten! Bergauf und bergab, durch dichte Wälder, tolle Schluchten, die teilweise auch recht abenteuerlich waren! Es gibt kleine Höhlen und atemberaubenden Aussichten –traumhaft schön! Teilweise fühlte man sich wie in einer Märchenwelt und der plötzliche Anblick eines Knusperhäuschens hätte mich nicht überrascht..! ;-)
Nach 5 Kilometern erreicht man die Burgruine „Balduinseck“, welche auch einen tollen und beindruckenden Anblick bietet!

Das Wetter war an diesem Tag noch einen Tacken besser, es herrschte eigentlich pausenlos Sonnenschein und es wurde so warm dass man sogar die Jacke ausziehen konnte/musste! Zum Wandern sogar schon fast ein kleines bisschen zu warm aber wir waren ja oft mitten in den Wäldern, so dass wir reichlich Schatten hatten…! Und das Beste –keine Menschen! Wir waren Mutterseelen allein und haben während des gesamten Tages nur 2 andere Wanderer gesehen…! 

Einen kleinen Nachteil hatte diese großartige Tour allerdings denn unsere Internetrecherche stimmte nicht ganz mit der Realität überein! Laut Internet sollte diese Tour nämlich über eine Strecke von 10 Kilometern verlaufen, es waren aber deutlich mehr und jetzt im Nachhinein glauben wir auch zu wissen wo unser Fehler lag! Der Wanderbericht nach dem wir uns gerichtet hatten, stammt nämlich aus dem Jahr 2015 und zu der Zeit war die Tour wohl auch noch 10 Kilometer lang! Mittlerweile ist die Tour wohl aber um 5 Kilometer erweitert worden und als wir nach knapp 10 Kilometern, ziemlich fertig aber auch super glücklich so langsam das Ende erwarteten, stellten wir fest, dass noch weitere 5 Kilometer vor uns lagen…! Jetzt mag man vielleicht denken „na ja 5 Kilometer ist ja nicht sooo viel“, man darf aber nicht vergessen dass wir schon 10 Kilometer gewandert waren und es einen riesigen Unterschied macht ob man 5 Kilometer auf ebener und asphaltierter Straße zurücklegt oder man sich über Stock und Stein durch Wälder bewegt…! 

Jedenfalls war die Vorstellung von weiteren 5 Kilometern echt schrecklich denn wir waren echt sehr erledigt…! Zum Glück haben wir ja immer Garmin dabei (sobald man in Deutschland ja nur ansatzweise die Zivilisation verlässt ist der Handyempfang ja gleich null –ein Träumchen) und so suchten wir uns selbst eine Abkürzung, die allerdings auch noch 3 Kilometer betrug und die es auch in sich hatte…! Irgendwann kam ich dann an den Punkt an dem ich einfach nicht mehr weiter wollte und ernsthaft überlegt habe einfach im Wald zu bleiben! Eine Flasche Wasser und ein paar Kekse hatten wir noch dabei, ich hätte also überlebt...! Mit dem Handy hätte ich für den Fall der Fälle ein Abschiedsvideo a la „Blair Witch Projekt“ (nur mit weniger Rotze) gedreht und alles wär schön gewesen…!  ;-) Ich hatte meinen Suizid durch Untätigkeit schon komplett durchgeplant aber der Drachentöter hat das gerupfte Engelchen einfach nicht zurückgelassen und somit musste ich dann doch weiter…! Er hat aber auch wirklich alles gegeben und ich weiß bis heute nicht wo die Raucherlunge diese Energiereserven und diese Kondition hergeholt hat –wirklich sehr erstaunlich! Vermutlich ist das so ein Evolutionsdingen „Weibchen in Gefahr, muss für Weibchen stark bleiben und Weibchen retten“! ;-) Jedenfalls hat er sämtliche Register gezogen um mich zu motivieren und hat sogar den Yotta gegeben! Allerdings nützte auch das nichts denn ich fühlte mich nicht strong, healthy and full of energy und der darauf folgende Lachanfall machte mir das weitergehen auch nicht leichter…! Meist gehörter Satz während der letzten Kilometer war übrigens „Siehst du diese Baumwipfel da hinten? -Dahinter kommen bestimmt die ersten Häuser in Sicht…!“ Als wir dann irgendwann endlich wieder am Auto waren, hätte ich am liebsten die Motorhaube geküsst! Der Drachentöter fühlte sich da übrigens immer noch super! Zwar auch ziemlich erledigt und durchgeschwitzt aber irgendwie immer noch full of energy –echt gruselig! Der muss als Kind in den Zaubertrank gefallen sein, eine andere Erklärung fällt mir dazu echt nicht ein…!

Eine wirklich großartige und wunderschöne Wanderroute die schwer zu toppen sein wird, allerdings auch sowas von hardcore…! Am nächsten Tag konnte man unsere Waden, Schienbeine und Füße allerdings vergessen –Muskelkater from hell…!  Dann ging es auch schon wieder zurück in den Pott aber den nächsten Wanderurlaub haben wir schon im Hinterkopf…!

Natürlich sind auch wieder reichlich Fotos entstanden: