Donnerstag, 23. September 2021

Kühe Melken und Wandern in der Eifel!

 Jeder hat doch ein paar Sachen, die er schon immer mal machen wollte, oder?

Ich meine keine großen Dingen sondern eher kleinere Sachen, die man schon immer mal ausprobieren wollte, zu denen man irgendwie aber noch nie gekommen ist oder für die immer die Zeit fehlte…!

Ich bin zwar recht ländlich aufgewachsen, habe einen großen Teil meiner Kindheit im Pferdestall verbracht, bin auch schon öfter in Kuhställen gewesen aber irgendwie hatte sich noch nie die Gelegenheit ergeben mal eine Kuh zu Melken, obwohl ich das immer schon mal machen wollte…!

Zum Geburtstag bekam ich vom Drachentöter deshalb ein super Geschenk, nämlich ein langes Wochenende auf einem Bauernhof, inklusive Kuhmelken!

Ich hatte mich tierisch über dieses tolle Geschenk gefreut aber leider gab es einen kleinen Beigeschmack denn der besagte Bauernhof liegt in der Eifel! Anfang Juni hatte der Drachentöter dieses Geschenk klar gemacht und ein paar Wochen später brach dann die Hochwasserkatastrophe über die Eifel herein! Wir wussten also gar nicht ob das Wochenende überhaupt noch stattfinden könnte/würde und trauten uns auch längere Zeit nicht nachzufragen…!

Anfang September fassten wir uns dann aber doch ein Herz und fragten vorsichtig mal nach ob wir denn noch kommen dürfen/können oder ob die gerade ganz andere Probleme haben als ein Ruhrpottmädchen das gerne mal Kühe Melken möchte…!

Man war ganz gerührt über diese zaghafte Nachfrage, sagte uns dass der Hof zum Glück nicht von der Flut betroffen war und man sich schon auf uns freue…!

Am Freitag ging es also ganz früh los in die Eifel! Ich freute mich sehr auf das lange Wochenende denn es sollte nicht nur gemolken sondern auch gewandert werden und der Drachentöter freute sich darauf zur Abwechslung auch mal wieder in einem Zimmer statt im treuen Otto zu schlafen…! Zugegeben, es hatte schon was für sich auch duschen zu können, vor allem weil wir das Wochenende bombenmäßiges Wetter hatten, ein richtig toller Spätsommer…!

In der Eifel angekommen bezogen wir erst einmal unsere Ferienwohnung und erkundeten dann (gemeinsam mit den beiden Hofhunden Benny und Luna) den Bauernhof! Neben 66 Milchkühen gab es nämlich noch reichlich anderes Getier wie z.b 50 Puten, viele Katzen, einen Esel und ein Pony, Hühner und Kaninchen!

Da um 18 Uhr gemolken werden sollte und es erst mittags war, brachen wir dann noch zu einer Wanderung auf denn natürlich hatte ich im Vorfeld auch ein paar Wanderrouten vorbereitet! Wir wanderten auf den Hochkelberg, den höchsten Berg in der Vulkaneifel, der auch nur wenige Kilometer vom Hof entfernt war! Das war eine sehr schöne Tour, durch das schwülwarme Wetter allerdings anstrengender als gedacht…!

Um 18 Uhr fanden wir uns dann im Kuhstall ein, startklar zum Melken!

Ich hatte gedacht dass ich mal kurz Melken darf (da mich das seit jeher schon immer sehr interessiert hat, wusste ich über die Technik auch schon bescheid) aber ich hätte nicht gedacht dass wir so sehr mit einbezogen werden würden –echt toll!

Pro Seite stehen immer 5 Kühe gleichzeitig im Melkstand, die Vorher mit dem Lockruf „Hallo Kühe“ gerufen werden und die dann freiwillig in den Melkstand kommen –total putzig!

Sehr überrascht hatte mich dass alle 66 Milchkühe Namen haben und von der Bäuerin auseinander gehalten werden können!

Auch ihre individuellen Charaktereigenschaften sind der Bäuerin bestens bekannt und so bekam ich ab und zu kleine Hinweise wie z.b „bei der musst du vorsichtig sein, die ist etwas zickig“ oder „die lass mich mal machen, die ist etwas kompliziert, da kriegst du keine Milch raus“!

Ich durfte die Kühe also Anmelken, bevor die Maschine zum Einsatz kam! Nach dem Melken bekommen die Kühe nämlich eine Art wässrige Salbe auf die Zitzen, die die Haut beruhigt, die Zitzen bis zum nächsten Melken aber auch quasi mit einem Pfropfen verschließt damit keine Keime oder Bakterien ins Euter gelangen! Vor dem nächsten Melken muss dieser Pfropfen wieder raus, deshalb werden die Kühe per Hand Angemolken…!

Und jede Kuh ist beim Melken individuell! Bei manchen geht es einfach, da fließt die Milch sofort, bei anderen ist es schwieriger die Milch „in Gang“ zu bekommen…! Am Anfang war ich auch etwas zu zaghaft, schließlich wollte ich den Kühen ja nicht wehtun…!

Die Bäuerin fragte uns ob wir denn auch bis zum Schluss mithelfen wollen und da uns das Ganze großen Spaß machte und sehr interessant war, willigten wir sofort ein! Sie hatte nämlich vor ein paar Wochen eine Knieoperation und war noch nicht wieder ganz auf dem Damm und der Bauer schob wegen des schönes Wetters eine Nachtschicht beim Heuwenden ein, so dass unsere Hilfe sehr gelegen kam…! Ich habe also 66 Kühe per Hand Angemolken! Der Drachentöter tat sich mit dem Anmelken recht schwer, so dass er es irgendwann aufgegeben hat und sich stattdessen lieber auf die elektrische Melkmaschine konzentriert hat! Mit dieser kam wiederum ich nicht gut klar, so dass wir uns schnell einig waren: Engelchen Anmelken – Drachentöter elektrische Melkdinger anbringen!

Nach den ersten 20 Kühen hatten wir den Bogen dann richtig gut raus und waren tatsächlich eine richtige Hilfe…! Das hat uns wirklich sehr gefreut denn so waren wir nicht nur ein paar Touris die bespaßt werden wollten sondern sogar richtig nützlich…!

Nach 2 Stunden waren alle 66 Kühe gemolken und wir waren ziemlich erledigt und sahen obendrein aus wie Säue…! Ja die Empfehlung zu Gummistiefeln und Regenjacke war schon sehr gut denn hin und wieder macht so eine Kuh dicht neben einem auch schon mal Pipi oder Schlimmeres…!

Jedenfalls war das ein ganz tolles Erlebnis/Erfahrung und die Bäuerin bedankte sich herzlich für unsere Hilfe! Einen Krug Milch fürs Frühstück bekamen wir dann natürlich auch –frischer geht es ja wohl nicht! Und wir haben die Milch sogar super vertragen denn wir hatten ein wenig Bedenken ob unsere Mägen unbehandelte Milch überhaupt akzeptieren würden…!

Am nächsten Morgen brachen wir dann zu einer weiteren Wanderung auf aber dazu mussten wir noch ein Stück fahren denn wir wollten zur „Teufelskanzel“, einem Aussichtspunkt auf dem „Krufter Ofen“, einem Basaltschlacken Vulkan, aufsteigen!

Das Wetter war zum Glück nicht so drückend wie am vorherigen Tag, dafür ballerte die Sonne aber schon früh und es wurde ein sommerlicher, 23 Grad warmer Tag! Die 8 Kilometer lange und teilweise alpine Wandertour, wäre schon an kühleren Tagen anstrengend genug gewesen, so war sie allerdings wirklich hardcore aber auch super schön und abwechslungsreich…!

Abends waren wir allerdings auch fertig wie Hulle und haben nur noch gemütlich auf unserem tollen Balkon gesessen und die Aussicht mit Wein und Quzo genossen…!

Am dritten Tag wollte ich unbedingt noch ein ganz besonderes Waldstück besuchen, nämlich „mein“ Waldstück! Seit Dezember 2020 mache ich nämlich beim „Urwaldprojekt“ mit! Das heißt, dass ich ein paar Quadratmeter Wald für 50 Jahre gepachtet habe um es so vor Abholzung zu schützen…!

Und durch Zufall sah ich, dass dieses Schutzgebiet nur 20 Kilometer von unserem Bauernhof entfernt ist, so dass ich „meinem“ Waldstück natürlich unbedingt mal einen Besuch abstatten wollte…! Wir fuhren also die paar Kilometer in die Hocheifel und mussten anhand der Koordinaten aber feststellen, dass dieser besagte Wald leider sehr nah am Hochwassergebiet liegt und alle Zufahrtsstraßen gesperrt sind…! Eigentlich wollten wir dort richtig schön spazieren gehen, so konnte ich mir „meinen“ Wald aber leider nur aus der Ferne anschauen…! Na ja, wir sind bestimmt nicht zum letzten Mal in der Eifel gewesen…!

Es war ein super tolles, langes Wochenende!

Fotos gibt es natürlich auch:

https://photos.app.goo.gl/6W1PkHtFrJaLN4xc9 

Samstag, 11. September 2021

Juli, August und n bisken September!

 Lange nicht mehr geschrieben! Keine Lust und tatsächlich auch keine Zeit! 

Dat süße Leben is vorbei, ich kämpfe wieder anne Front und bin wieder live im Haus das Verrückte macht…! Kämpfen ist auch genau der richtige Ausdruck aber darüber will ich absolut nicht schreiben…!

Tja wo fang ich an? Vielleicht beim Wetter…!

Schrieb ich am ersten Juli noch dass der Sommer jetzt endlich angekommen ist, so berichtete ich im August ja bereits von unserem „Sommerurlaub“ im Schwarzwald! Und auch außerhalb unseres Urlaubs gab es viel schlechtes, kaltes und verregnetes Wetter…! Es gab auch immer mal ein paar schöne Tage aber Sommer geht definitiv anders…! So selten wie dieses Jahr haben wir den Pool noch nie genutzt! Wat für eine Wasser- und Stromverschwendung…!

Auf jeden Fall war es durch die ständigen Wetterwechsel der „Sommer“ der Regenbögen denn so Viele wie in diesem Jahr hab ich noch nie gesehen…!

 
Im Juli hatten wir einen beinahe Todesfall in der Mädels WG denn unser Hahn Gerd ist dem Sensenmann gerade nochmal von der Schüppe gesprungen! Freitags ging es ihm schon nicht so gut und am Montag beschloss ich die nächsten Tage mal mit ihm zum Tierarzt zu fahren! Dienstag ging es ihm dann aber so extrem schlecht dass ich morgens sofort in die Praxis gefahren bin –mit einem gelben Gerd! -Beginnendes Leberversagen!

Frau Dr. House untersuchte ihn und machte uns keine großen Hoffnungen! Sie gab ihm eine Spritze, eine Tablette und sagte dass er bis zum nächsten Tag auf jeden Fall einen deutlich besseren Eindruck machen müsse da sie ihn sonst erlösen würde (und beim Erlösen ist sie wirklich nicht schnell dabei)! Ich nahm Gerd mit nach Hause und machte mir wenig Hoffnung! Aber das Wunder geschah und am nächsten Tag ging es Gerd tatsächlich merklich besser, er krähte und saß auf der Stange! Frau Doktor war selbst ziemlich überrascht! Ich bekam Tabletten und Tropfen für ihn mit und musste ihm 4 Tage lang jeweils eine Tablette und 3 Tropfen verabreichen!

Leider durfte ich die Tablette nicht in Wasser auflösen also musste ich lernen einem Hahn eine ganze Tablette zu verabreichen –was für ein Spaß...!

Nach 4 Tagen waren die Tabletten aufgebraucht, und nach einer Woche die Tropfen zu Ende! Am dritten Tag ohne Medikamente ging es Gerd wieder schlechter! Also wieder 4 Tabletten von Fr. Doktor House bekommen! Das Ganze fand insgesamt 4x statt, bis Gerd wieder komplett auf dem Damm war…! Was es war? –Keine Ahnung! Frau Doktor tippte auf Gift gefressen aber das ist unmöglich denn auf unserem Grundstück gibt es mit 100%iger Sicherheit kein Gift! Wir werden es wohl nie erfahren…! Na ja Hauptsache Gerd geht es jetzt wieder gut…!

 


Eine freche Frau behauptete ja bereits dass Gerd suizidal wäre denn schließlich hat er sich in diesem Jahr ja bereits 2x aufgehängt und jetzt das Leberversagen! Also so langsam glaube ich das auch…! ;-)

Ansonsten haben die Mädels die seltenen Sonnenstunden so oft es ging förmlich aufgesaugt (wir natürlich auch)!


Und die Mädels haben nun eine eigene Bank! Dort kann man prima bei ihnen verweilen und entspannen…!


Außerdem haben sie jetzt die coolste Hühnerklappe EVER! Von Guddy besorgt und vom Drachentöter gebastelt!

 


Dann gab es noch unseren Hochzeitstag den wir mit Otto im Siegerland verbracht haben denn wir hatten beide ein langes Wochenende! Zufälligerweise fiel mir eine tolle, knapp 10 Kilometer lange Wanderroute mit dem Namen „Braut und Bräutigam“ auf dem Fledermaussteig in die Hände und das passte natürlich wie Arsch auf Eimer! Das Wetter zeigte sich mal wieder von seiner schlechtesten Seite und wir fuhren bei Regen los in Richtung Siegerland! So etwas kann mir mittlerweile aber nicht mehr die Laune verderben, ich bin es sooo Leid mich vom Wetter einschränken zu lassen! 

Aber wir hatten unfassbares Glück denn kurz vor dem Ziel hörte es auf zu regnen und es wurde ein richtig schöner und warmer Tag! Die Wanderroute war toll und abends gab es ganz ramontisch ein lecker Hochzeitstagsessen (Wildragout mit Waldpilzen aus der Dose mit Spätzle)! ;-)

Vorsorglich bauten wir auch Ottos neues Regendach auf aber wir hatten Glück denn es fing erst spät abends an zu regnen…! Das neue Regendach ist super und diesmal auch tatsächlich ein Regendach, so dass wir noch lange draußen sitzen konnten…!

Die Fotos findet ihr hier:

https://photos.app.goo.gl/LmxbQ8zeaabX2tXb8

So und jetzt zum Garten:

Tomaten gab bzw gibt es dann doch noch reichlicher als erwartet! Zuerst waren die Cocktailtomaten dran und ich habe bisher tatsächlich über 200 Stück geerntet (ja ich zähle mit)!

Vor ein paar Wochen wurden dann endlich auch die großen Tomaten rot und mittlerweile habe ich davon auch um die 30-40 Stück geerntet! Nichts im Vergleich zu den Vorjahren und erst Recht nichts im Vergleich zum Tomatensommer 2020 aber bei dem Wetter doch viel mehr als erwartet…!

 


Brombeeren gab es auch wieder in Hülle und Fülle und zwar so viele dass ich gar nicht wusste wohin damit! Es gab also Brombeerkuchen und auch Milchshakes…!

 


Gurken konnte ich auch ordentlich ernten und auch die Zucchini is noch richtig gut ausse Puschen gekommen…!

Und das Lustige bzw Gruselige ist, dass es die Zucchini wie Corana macht – sie kommt in Wellen! Die erste Welle brachte uns 10 richtig große Klopper! Dann war ein paar Wochen Ruhe und es kamen wieder 10 Klopper, noch größer und dicker als in der ersten Welle! Und seit ein paar Tagen hat jetzt die dritte Welle begonnen! Der Drachentöter ist schwer begeistert…! ;-)

 

 




Auch wenn das Gärtnern in diesem Jahr aufgrund des Wetters wirklich seltsam und schwer ist, so ging doch noch Einiges und ich konnte sogar noch das eine oder andere Bio-Körbchen an Freunde verschenken…!

So richtig los ging der Sommer dann tatsächlich Anfang September denn da bekamen wir das bisher schönste und auch beständigste Wetter in diesem Jahr! Das musste natürlich ausgenutzt werden und zwar mit Spaziergängen direkt vor der Haustür…!

 





So das war es dann erst einmal wieder! Mal schauen was der September noch so bringt…!