Samstag, 13. November 2021

Oktober!

 


Mensch Kinners, da is der Oktober auch schon wieder vorbei!

Von unserer letzten (mehrtägigen) Ottotour 2021 hatte ich ja bereits berichtet aber natürlich ist im Oktober auch noch ein bisken mehr gewesen:

Ja es lässt sich nicht leugnen, das Jahr neigt sich dem Ende entgegen! Ein Indikator dafür ist nicht nur die Zeitumstellung sondern auch die Tatsache dass das Kimi-Huhn wieder anfängt zu „arbeiten“! Dat Kimi is halt eine Winterlegerin…!


 

Im Garten ist die Zucchinisaison endgültig vorbei (die drei Wellen haben uns insgesamt knapp 30 riesengroße Zucchinis gebracht) und ein neues Gemüse hat die Herrschaft übernommen!

Dieses Jahr zum ersten Mal angebaut und gleich so spitzenmäßige Erfolge erziehlt! Und nein, wir lagern keine radioaktiven Abfälle im Garten -es lebe die Hühnergülle!

Wirsing ist die neue Zucchini!

 



Bisher habe ich 2 riesige Klopper geerntet, einen eher kleineren Wirsing und aktuell befindet sich noch einer im Beet und wartet darauf geerntet zu werden…!

Unser Speiseplan war also ein paar Wochen lang ziemlich Wirsinglastig aber trotzdem Abwechslungsreich!

Es gab Kartoffel-Wirsing-Auflauf mit Schafskäse und der war so lecker dass ich ihn bereits 2x zubereitet habe!



Sahne Wirsing mit Nudeln und Schinken:

 


Geschmorten Rahmwirsing mit Hähnchen und Reis:

 



Und das absolute Highlight: Kürbis gefüllt mit Wirsing, Kartoffel, Hackfleisch und Schafskäse –sooooo lecker!!


 



Außerdem gab es noch vegetarische Wirsingfrikadellen:

 


 


Von den Frikadellen war ich allerdings enttäuscht denn ich fand sie ziemlich unspektakulär! Komischerweise fand der Drachentöter sie super…

Dann gab es im Oktober noch ein ganz besonderes Ereignis denn wir sind tatsächlich auf einem Konzert gewesen!! Mit den Trümmertiefen endete alles (das letzte Event auf dem ich im Februar 2020 vor Corona gewesen bin) und mit den Trümmertiefen kehrte das erste, Stückchen Normalität zurück (was Unternehmungen angeht)! Es war ein kleines aber feines open air Konzert an/in einer tollen Location, nämlich direkt am alten Förderturm auf Prosper 2 in Bottrop –sooo schön!


 


Auf ein großes „indoor“ Konzert wären wir auch nicht gegangen…! Zu diesem Zeitpunkt war die Corona Lage ja auch noch recht erträglich, was sich mittlerweile ja auch schon wieder drastisch geändert hat (Kölle Alaaf) aber davon will ich gar nicht berichten…! Nein wirklich nicht, ich berichte lieber von meiner eigenen, kleinen Welt…!

Noch etwas Cooles hat im Oktober stattgefunden denn wir waren einen Nachmittag lang zum Bogenschießen eingeladen! Ein Kollege des Drachentöters ist seit mehreren Jahren im Bogenschießverein und als er hörte dass ich Bogenschießen total super finde, hat er uns zu einem Trainingstag eingeladen!

Auf diversen Mittelaltermärkten habe ich mich im Laufe der Jahre immer mal wieder im Bogenschießen versucht aber das ist ja nichts Halbes und nichts Ganzes! Man bekommt 3 Pfeile und einen Bogen in die Hand gedrückt und darf für ein paar Euro mal drauf losschießen und das wars dann…!

Von dem Kollegen bekamen wir eine halbstündige Einweisung, lernten viel über verschiedene Bögen, Pfeile und Schießtechniken und durften uns dann ans schießen begeben! 

Unter seiner Anleitung und vielen Tipps wurden wir im Laufe des Nachmittags dann auch immer besser…! Das Ganze hat tierisch Spaß gemacht und demnächst werden wir bestimmt auch mal an einem 3 tägigen Kurs teilnehmen den der Verein anbietet…!

 





An den schönen, sonnigen Herbsttagen gab es natürlich auch noch diverse Waldspaziergänge in der Umgebung:

 



Und geendet hat der Oktober dann in diesem Jahr nicht mit einer Halloweenparty sondern mit einer Taufe denn mein Alibikind zählt jetzt nicht mehr zu den Ungläubigen…!   ;-)

 



So das war es erst mal wieder! Mehr von hier dann vermutlich Ende November…!

 

 

 

 

 

Samstag, 9. Oktober 2021

Mit Otto in Niedersachsen!


Mein letzter Urlaub in diesem Jahr!

Der Drachentöter hat noch 2x Urlaub aber für mich war es das mit Urlaub in 2021!

Natürlich wollten wir unbedingt noch einmal mit Otto auf Tour gehen und hatten auf einen goldenen Oktober gehofft! Na ja, so golden war unsere Urlaubswoche zwar nicht aber es hätte durchaus schlimmer kommen können…!

Das Ziel unserer Tour machten wir, wie schon so oft, vom Wetter abhängig! Und da es ja bereits früh dunkel und somit auch kalt wird, wollten wir auch nicht mehr sooo weit weg fahren…! Also studierte ich die Wettervorhersagen und entschied mich für Niedersachsen denn ich wollte gern irgendwo hin wo wir mit Otto noch nicht gewesen sind!

Ich weiß nicht ob ich es schon einmal erwähnt habe aber ich bin immer die Planerin bei unseren Touren! Ich mache das einfach furchtbar gern, kann stundenlang nach Zielen und Wanderrouten im Netz recherchieren und mich richtig darin verlieren…! Der Drachentöter macht das gar nicht gern und ist froh dass ich daran so einen Spaß habe und er nur noch fahren muss…!

Am Mittwoch in der Früh sattelten wir also Otto und es ging los ins Weserbergland, knapp 200 Kilometer von zu Hause entfernt! Unser erstes Ziel war der Süntel, ein 440 Meter hoher Mittelgebirgsstock denn dort sollte uns unsere Wanderung auf den Hohenstein führen!

Dort angekommen stellten wir fest, dass der sehr abgelegene und große Wanderparkplatz auch ein ideales, erstes Nachtlager sein könnte! Ein großer Baum bot mit seinen dichten und tief hängenden Ästen ein tolles Blätterdach als Schutz vor eventuellem Wind oder Regen und es gab sogar eine Quelle an der man Wasser holen konnte…! Begeistert darüber dass das Nachtlager bereits gefunden war, brachten wir Otto und in Position und machten uns an den Aufstieg auf den Hohenstein!

Da die Steigung nicht ohne war, entschieden wir uns für eine 6 Kilometer lange Rundwanderung und wurden mit einem gigantischen Ausblick auf den Süntel und seine Klippen belohnt…!

Irgendwann am späten Nachmittag waren wir wieder an unserem Nachtlager und richteten uns erst einmal häuslich ein! Als es dann einmal für 15 Minuten leicht zu regnen anfing, entschieden wir uns dann doch dafür unser Regendach aufzubauen! Der Baum bot zwar guten Schutz aber bei einem möglichen Starkregen wären wir vermutlich doch nass geworden! Im Nachhinein war das gar nicht nötig denn diese 15 Minuten sollten alles an Regen gewesen sein aber das konnten wir ja vorher nicht wissen…!

Und auf einmal bekamen wir Besuch! Eine ältere und sehr nette Hippie-Frau kam mit Wasserkanistern um sich an der Quelle zu bedienen! Sie sah uns mit Otto und wir kamen sehr lange ins Gespräch denn es stellte sich heraus, dass diese Frau selbst einen umgebauten Bulli besitzt mit dem Sie auf Tour geht! Ist Sie nicht auf Tour dann wohnt sie in einem umgebauten Bauwagen ohne fließend Wasser und bedient sich deshalb regelmäßig an der Quelle! Wir kamen von Hölzken auf Stöcksken, tauschten Erfahrungen aus und haben uns so gut verstanden dass wir Sie fast noch zum Essen eingeladen hätten…!

Später sollten wir dann tatsächlich noch einmal Besuch bekommen und zwar von Steve, einem mittelmäßig unterhaltsamen Verschwörungstheoretiker der ebenfalls Wasser an der Quelle holte weil er dessen „heilende Wirkung“ so schätzt…! Steve blieb zum Glück aber nicht lange…!

Den Rest des Tages verbrachten wir dann in ruhiger Abgeschiedenheit und viel Amaretto-Apfeltee und Ouzo denn am Abend wurde es ziemlich kalt! Bis 21 Uhr hielten wir es draußen aus aber dann zogen uns wir uns doch in Otto zurück! Auf die Kälte waren wir aber bestens vorbereitet denn schließlich haben wir eine Standheizung und ein Durchgang (20 Minuten) reicht aus um Otto für mehrere Stunden muckelig warm zu bekommen…! Außerdem hatten wir „Wolf“ dabei, meine gigantisch große und ca. 50 Kilo schwere Kunstfelldecke, die ich letztes Jahr zum Geburtstag bekommen habe! Wolf ist eines der besten Geschenke das ich je bekommen hab denn er hält so unglaublich warm – einfach fantastisch! Die Nacht war also gar kein Problem und wir haben super geschlafen, auch ohne einen zweiten Durchgang Standheizung…!

Nach einer erholsamen Nacht und einem ausgiebigen Frühstück, ging es wieder los denn es sollte zum ITH gehen! Auch der ITH ist ein Mittelgebirge im Weserbergland und ca. 30 Kilometer vom Süntel entfernt! Dort angekommen entdeckten wir auch sofort einen super Schlafplatz mit traumhafter Aussicht über Berg und Tal und konnten unser Glück kaum fassen! Also wieder keine nervige Sucherei nach einem Schlafplatz –klasse! Den Brüller entdeckten wir aber dann: Ganz in der Nähe von unserem Schlafplatz entdeckten wir einen versteckten Grillplatz mit frei zugänglichem Plumsklo!! Wir haben sehr gelacht und uns über diesen „Luxus“ auch sehr gefreut…!

Dann ging es los und wir bestiegen den ITH! Unser Ziel waren die beiden Felsen „Adam und Eva“ und für dieses Vorhaben hatte ich eine 6 Kilometer lange Wandertrecke rausgesucht! Diese Strecke hatte es wirklich in sich, es ging zäh wie Kaugummi immer weiter nach oben, in endlosen und sehr langgestreckten Kurven…! Die Felsen und Klippen waren toll und den Aufstieg auf jeden Fall wert aber dann wendete sich das Blatt!

Der Drachentöter entschied nämlich spontan die Route auf eigene Faust „ein wenig“ abzuändern damit wir einen Teil der Strecke nicht doppelt laufen mussten...!

Wir schoben also einen „kleinen Schlenker“ ein und kamen somit dann auch am ITH Aussichtsturm vorbei, den wir ansonsten nicht passiert hätten…! Dieser „kleine Schlenker“ war 4 Kilometer lang! Ganze zusätzliche 4 Kilometer und das im Gebirge mit teilweise alpinem Charakter! Es war sowas von hardcore und ich weiß nicht wann ich das letzte Mal so erledigt gewesen bin…! Der Drachentöter gab (im Gegensatz zu mir) übrigens nicht ein einziges Mal Klagelaute von sich, konnte er ja auch nicht denn schließlich war dieser „kleine Schlenker“ auf SEINEM Mist gewachsen…!

Wir brauchten für diese 10 Kilometer Wanderung den kompletten Tag und ich hätte nicht einen Schritt mehr weiter gehen können…! Es war eine wirklich tolle Tour, sie grenzte aber auch ganz stark an Körperverletzung…!

An Otto angekommen wollte ich nur noch 2 Sachen, nämlich sitzen und essen! Also schnell eine Dose Chilli warm gemacht und die tolle Aussicht genossen – völlig einsam und allein! Der Himmel war den Tag über komplett aufgerissen und wir konnten wunderbar in der Sonne sitzen! Später wurden wir mit einem tollen Sonnenuntergang belohnt…! Da sich die letzten Wolken verzogen hatten, wurde es eine sternklare Nacht und kalt – richtig kalt! Wir tranken wieder ordentlich Amaretto-Tee und Ouzo und eigentlich hätten wir uns schon viel früher in Otto zurückziehen müssen aber es ging einfach nicht denn der Sternenhimmel fesselte uns einfach zu sehr! Soooo einen wunderschönen und gigantischen Sternenhimmel habe ich bisher nur in Bayern gesehen, man kann es nicht in Worte fassen!

Irgendwann stand ich einfach auf (vom Amaretto und Ouzo gut angeschickert), breitete die Arme aus, legte den Kopf in den Nacken, drehte mich im Kreis und ich schwöre ich hatte Tränen in den Augen weil ich in diesem Moment einfach so glücklich war! Es war ein absolut perfekter Moment!

DAS IST ES!! Für solche Erlebnisse lebt man doch, oder?! Ich kann einfach nicht verstehen dass es Leute gibt die nur zu Hause sitzen…!

Und dann kam ein kurioser Gänsehautmoment denn wir bemerkten dass Otto genau unterm großen Wagen stand – was für ein Anblick! Ich ärgerte mich etwas dass ich Kamera und Stativ nicht dabei hatte denn ich wollte dieses Bild unbedingt konservieren! Dann entdeckte der Drachentöter aber dass er an seinem Handy die „Belichtungszeit“ und die „Blende“ verändern kann und ihm gelang es tatsächlich Otto unterm großen Wagen zu fotografieren – was für ein fantastisches Bild, ich liebe es!!

 

Man mag es kaum glauben aber auch in dieser bitterkalten Nacht, reichte einmal Vorheizen mit der Standheizung aus! Und dank Wolf (ich habe ihn seit dieser Nacht heilig gesprochen) schliefen wir wieder super und ohne zu frieren…!

Als es hell war erwachten wir und dichter Nebel lag über Berg und Tal –futsch war die Aussicht! Und es war kalt, mein Gott war das kalt! So bitterkalt dass man es kaum ausgehalten hat und noch kälter als am Abend! Zum Glück brach der Nebel dann auf und die ersten, vereinzelten Sonnenstrahlen erreichten unser Plateau! Wie die Eidechsen stellten und setzten wir uns direkt in die Sonne…! Das Frühstück brachten wir schnell hinter uns denn wir wollten nur noch weg um aufzutauen…!

Wir beschlossen also erst einmal ein wenig mit Otto in der Gegend rum zu cruisen denn es sollte ein schöner Tag werden aber zuerst einmal musste die Sonne den Nebel besiegen…!

Irgendwann mittags war es dann auch soweit und wir beschlossen die nächste Wanderung in Angriff zu nehmen! Diese sollte uns wieder auf den ITH führen, allerdings an einer anderen Stelle! Unser Ziel nannte sich „Felsentor“ und war über eine kurze (4 Kilometer) aber extrem steile Wanderstrecke zu erreichen! Mein Gott war das steil, eine der heftigsten Steigungen die wir je bezwungen haben! Aber kurz und knackig steil ist uns wesentlich lieber als diese langgezogenen Steigungen die sich endlos dahinziehen…! Da uns die 10 Kilometer vom Vortag noch ordentlich in den Knochen steckten, reichte diese 4 Kilometer Tour auch völlig aus…!

Wir steuerten den nächsten Stellplatz an (den wir schon im Vorfeld über google earth erspäht hatten) und ich war sofort verliebt in diesen Platz! Ein kleiner und sehr einsam gelegener Wanderparkplatz direkt am Waldrand, von hohen Bäumen umschlossen aber in der Mitte trotzdem unter freiem Himmel!

Eigentlich wollten wir dort noch eine Nacht verbringen und uns am nächsten Tag dann auf den Heimweg machen aber wir entschieden uns aus Vernunft dagegen! Der Himmel war nämlich wieder absolut wolkenlos und es sollte wieder eine sternklare Nacht werden! Allerdings sollte es NOCH kälter werden als in der Nacht zuvor und in den höheren Lagen (also bei uns), stellenweise sogar Bodenfrost geben! Wir beschlossen dann schweren Herzens dass es jetzt gut sein muss! Was sollte auch noch kommen? Wir hatten bereits eine wunderschöne, sternklare  und unvergessliche Nacht im „5 Millionen Sterne Hotel“ hinter uns und am nächsten Morgen sollte es eh nach Hause gehen…! Man muss auch wissen können wann Schluss is…!

Wir packten also noch ein allerletztes Mal die Stühle aus, aßen gemütlich zu Abend und machten uns dann, wehmütig aber glücklich, auf den Weg nach Hause! Gegen 21 Uhr waren wir dann auch zu Hause…!

Das war ein wirklich toller Abschluss der Otto Saison 2021 mit wunderschönen Erlebnissen und Eindrücken! Der nächste Frühling kommt hoffentlich ganz bald und bis dahin bleiben uns ja immer noch Tagesausflüge…!

Die Fotos kann man sich wie immer hier anschauen:

 https://photos.app.goo.gl/JzWaecj3ZC2DWNTy8 

 

 

 

 

Donnerstag, 23. September 2021

Kühe Melken und Wandern in der Eifel!

 Jeder hat doch ein paar Sachen, die er schon immer mal machen wollte, oder?

Ich meine keine großen Dingen sondern eher kleinere Sachen, die man schon immer mal ausprobieren wollte, zu denen man irgendwie aber noch nie gekommen ist oder für die immer die Zeit fehlte…!

Ich bin zwar recht ländlich aufgewachsen, habe einen großen Teil meiner Kindheit im Pferdestall verbracht, bin auch schon öfter in Kuhställen gewesen aber irgendwie hatte sich noch nie die Gelegenheit ergeben mal eine Kuh zu Melken, obwohl ich das immer schon mal machen wollte…!

Zum Geburtstag bekam ich vom Drachentöter deshalb ein super Geschenk, nämlich ein langes Wochenende auf einem Bauernhof, inklusive Kuhmelken!

Ich hatte mich tierisch über dieses tolle Geschenk gefreut aber leider gab es einen kleinen Beigeschmack denn der besagte Bauernhof liegt in der Eifel! Anfang Juni hatte der Drachentöter dieses Geschenk klar gemacht und ein paar Wochen später brach dann die Hochwasserkatastrophe über die Eifel herein! Wir wussten also gar nicht ob das Wochenende überhaupt noch stattfinden könnte/würde und trauten uns auch längere Zeit nicht nachzufragen…!

Anfang September fassten wir uns dann aber doch ein Herz und fragten vorsichtig mal nach ob wir denn noch kommen dürfen/können oder ob die gerade ganz andere Probleme haben als ein Ruhrpottmädchen das gerne mal Kühe Melken möchte…!

Man war ganz gerührt über diese zaghafte Nachfrage, sagte uns dass der Hof zum Glück nicht von der Flut betroffen war und man sich schon auf uns freue…!

Am Freitag ging es also ganz früh los in die Eifel! Ich freute mich sehr auf das lange Wochenende denn es sollte nicht nur gemolken sondern auch gewandert werden und der Drachentöter freute sich darauf zur Abwechslung auch mal wieder in einem Zimmer statt im treuen Otto zu schlafen…! Zugegeben, es hatte schon was für sich auch duschen zu können, vor allem weil wir das Wochenende bombenmäßiges Wetter hatten, ein richtig toller Spätsommer…!

In der Eifel angekommen bezogen wir erst einmal unsere Ferienwohnung und erkundeten dann (gemeinsam mit den beiden Hofhunden Benny und Luna) den Bauernhof! Neben 66 Milchkühen gab es nämlich noch reichlich anderes Getier wie z.b 50 Puten, viele Katzen, einen Esel und ein Pony, Hühner und Kaninchen!

Da um 18 Uhr gemolken werden sollte und es erst mittags war, brachen wir dann noch zu einer Wanderung auf denn natürlich hatte ich im Vorfeld auch ein paar Wanderrouten vorbereitet! Wir wanderten auf den Hochkelberg, den höchsten Berg in der Vulkaneifel, der auch nur wenige Kilometer vom Hof entfernt war! Das war eine sehr schöne Tour, durch das schwülwarme Wetter allerdings anstrengender als gedacht…!

Um 18 Uhr fanden wir uns dann im Kuhstall ein, startklar zum Melken!

Ich hatte gedacht dass ich mal kurz Melken darf (da mich das seit jeher schon immer sehr interessiert hat, wusste ich über die Technik auch schon bescheid) aber ich hätte nicht gedacht dass wir so sehr mit einbezogen werden würden –echt toll!

Pro Seite stehen immer 5 Kühe gleichzeitig im Melkstand, die Vorher mit dem Lockruf „Hallo Kühe“ gerufen werden und die dann freiwillig in den Melkstand kommen –total putzig!

Sehr überrascht hatte mich dass alle 66 Milchkühe Namen haben und von der Bäuerin auseinander gehalten werden können!

Auch ihre individuellen Charaktereigenschaften sind der Bäuerin bestens bekannt und so bekam ich ab und zu kleine Hinweise wie z.b „bei der musst du vorsichtig sein, die ist etwas zickig“ oder „die lass mich mal machen, die ist etwas kompliziert, da kriegst du keine Milch raus“!

Ich durfte die Kühe also Anmelken, bevor die Maschine zum Einsatz kam! Nach dem Melken bekommen die Kühe nämlich eine Art wässrige Salbe auf die Zitzen, die die Haut beruhigt, die Zitzen bis zum nächsten Melken aber auch quasi mit einem Pfropfen verschließt damit keine Keime oder Bakterien ins Euter gelangen! Vor dem nächsten Melken muss dieser Pfropfen wieder raus, deshalb werden die Kühe per Hand Angemolken…!

Und jede Kuh ist beim Melken individuell! Bei manchen geht es einfach, da fließt die Milch sofort, bei anderen ist es schwieriger die Milch „in Gang“ zu bekommen…! Am Anfang war ich auch etwas zu zaghaft, schließlich wollte ich den Kühen ja nicht wehtun…!

Die Bäuerin fragte uns ob wir denn auch bis zum Schluss mithelfen wollen und da uns das Ganze großen Spaß machte und sehr interessant war, willigten wir sofort ein! Sie hatte nämlich vor ein paar Wochen eine Knieoperation und war noch nicht wieder ganz auf dem Damm und der Bauer schob wegen des schönes Wetters eine Nachtschicht beim Heuwenden ein, so dass unsere Hilfe sehr gelegen kam…! Ich habe also 66 Kühe per Hand Angemolken! Der Drachentöter tat sich mit dem Anmelken recht schwer, so dass er es irgendwann aufgegeben hat und sich stattdessen lieber auf die elektrische Melkmaschine konzentriert hat! Mit dieser kam wiederum ich nicht gut klar, so dass wir uns schnell einig waren: Engelchen Anmelken – Drachentöter elektrische Melkdinger anbringen!

Nach den ersten 20 Kühen hatten wir den Bogen dann richtig gut raus und waren tatsächlich eine richtige Hilfe…! Das hat uns wirklich sehr gefreut denn so waren wir nicht nur ein paar Touris die bespaßt werden wollten sondern sogar richtig nützlich…!

Nach 2 Stunden waren alle 66 Kühe gemolken und wir waren ziemlich erledigt und sahen obendrein aus wie Säue…! Ja die Empfehlung zu Gummistiefeln und Regenjacke war schon sehr gut denn hin und wieder macht so eine Kuh dicht neben einem auch schon mal Pipi oder Schlimmeres…!

Jedenfalls war das ein ganz tolles Erlebnis/Erfahrung und die Bäuerin bedankte sich herzlich für unsere Hilfe! Einen Krug Milch fürs Frühstück bekamen wir dann natürlich auch –frischer geht es ja wohl nicht! Und wir haben die Milch sogar super vertragen denn wir hatten ein wenig Bedenken ob unsere Mägen unbehandelte Milch überhaupt akzeptieren würden…!

Am nächsten Morgen brachen wir dann zu einer weiteren Wanderung auf aber dazu mussten wir noch ein Stück fahren denn wir wollten zur „Teufelskanzel“, einem Aussichtspunkt auf dem „Krufter Ofen“, einem Basaltschlacken Vulkan, aufsteigen!

Das Wetter war zum Glück nicht so drückend wie am vorherigen Tag, dafür ballerte die Sonne aber schon früh und es wurde ein sommerlicher, 23 Grad warmer Tag! Die 8 Kilometer lange und teilweise alpine Wandertour, wäre schon an kühleren Tagen anstrengend genug gewesen, so war sie allerdings wirklich hardcore aber auch super schön und abwechslungsreich…!

Abends waren wir allerdings auch fertig wie Hulle und haben nur noch gemütlich auf unserem tollen Balkon gesessen und die Aussicht mit Wein und Quzo genossen…!

Am dritten Tag wollte ich unbedingt noch ein ganz besonderes Waldstück besuchen, nämlich „mein“ Waldstück! Seit Dezember 2020 mache ich nämlich beim „Urwaldprojekt“ mit! Das heißt, dass ich ein paar Quadratmeter Wald für 50 Jahre gepachtet habe um es so vor Abholzung zu schützen…!

Und durch Zufall sah ich, dass dieses Schutzgebiet nur 20 Kilometer von unserem Bauernhof entfernt ist, so dass ich „meinem“ Waldstück natürlich unbedingt mal einen Besuch abstatten wollte…! Wir fuhren also die paar Kilometer in die Hocheifel und mussten anhand der Koordinaten aber feststellen, dass dieser besagte Wald leider sehr nah am Hochwassergebiet liegt und alle Zufahrtsstraßen gesperrt sind…! Eigentlich wollten wir dort richtig schön spazieren gehen, so konnte ich mir „meinen“ Wald aber leider nur aus der Ferne anschauen…! Na ja, wir sind bestimmt nicht zum letzten Mal in der Eifel gewesen…!

Es war ein super tolles, langes Wochenende!

Fotos gibt es natürlich auch:

https://photos.app.goo.gl/6W1PkHtFrJaLN4xc9 

Samstag, 11. September 2021

Juli, August und n bisken September!

 Lange nicht mehr geschrieben! Keine Lust und tatsächlich auch keine Zeit! 

Dat süße Leben is vorbei, ich kämpfe wieder anne Front und bin wieder live im Haus das Verrückte macht…! Kämpfen ist auch genau der richtige Ausdruck aber darüber will ich absolut nicht schreiben…!

Tja wo fang ich an? Vielleicht beim Wetter…!

Schrieb ich am ersten Juli noch dass der Sommer jetzt endlich angekommen ist, so berichtete ich im August ja bereits von unserem „Sommerurlaub“ im Schwarzwald! Und auch außerhalb unseres Urlaubs gab es viel schlechtes, kaltes und verregnetes Wetter…! Es gab auch immer mal ein paar schöne Tage aber Sommer geht definitiv anders…! So selten wie dieses Jahr haben wir den Pool noch nie genutzt! Wat für eine Wasser- und Stromverschwendung…!

Auf jeden Fall war es durch die ständigen Wetterwechsel der „Sommer“ der Regenbögen denn so Viele wie in diesem Jahr hab ich noch nie gesehen…!

 
Im Juli hatten wir einen beinahe Todesfall in der Mädels WG denn unser Hahn Gerd ist dem Sensenmann gerade nochmal von der Schüppe gesprungen! Freitags ging es ihm schon nicht so gut und am Montag beschloss ich die nächsten Tage mal mit ihm zum Tierarzt zu fahren! Dienstag ging es ihm dann aber so extrem schlecht dass ich morgens sofort in die Praxis gefahren bin –mit einem gelben Gerd! -Beginnendes Leberversagen!

Frau Dr. House untersuchte ihn und machte uns keine großen Hoffnungen! Sie gab ihm eine Spritze, eine Tablette und sagte dass er bis zum nächsten Tag auf jeden Fall einen deutlich besseren Eindruck machen müsse da sie ihn sonst erlösen würde (und beim Erlösen ist sie wirklich nicht schnell dabei)! Ich nahm Gerd mit nach Hause und machte mir wenig Hoffnung! Aber das Wunder geschah und am nächsten Tag ging es Gerd tatsächlich merklich besser, er krähte und saß auf der Stange! Frau Doktor war selbst ziemlich überrascht! Ich bekam Tabletten und Tropfen für ihn mit und musste ihm 4 Tage lang jeweils eine Tablette und 3 Tropfen verabreichen!

Leider durfte ich die Tablette nicht in Wasser auflösen also musste ich lernen einem Hahn eine ganze Tablette zu verabreichen –was für ein Spaß...!

Nach 4 Tagen waren die Tabletten aufgebraucht, und nach einer Woche die Tropfen zu Ende! Am dritten Tag ohne Medikamente ging es Gerd wieder schlechter! Also wieder 4 Tabletten von Fr. Doktor House bekommen! Das Ganze fand insgesamt 4x statt, bis Gerd wieder komplett auf dem Damm war…! Was es war? –Keine Ahnung! Frau Doktor tippte auf Gift gefressen aber das ist unmöglich denn auf unserem Grundstück gibt es mit 100%iger Sicherheit kein Gift! Wir werden es wohl nie erfahren…! Na ja Hauptsache Gerd geht es jetzt wieder gut…!

 


Eine freche Frau behauptete ja bereits dass Gerd suizidal wäre denn schließlich hat er sich in diesem Jahr ja bereits 2x aufgehängt und jetzt das Leberversagen! Also so langsam glaube ich das auch…! ;-)

Ansonsten haben die Mädels die seltenen Sonnenstunden so oft es ging förmlich aufgesaugt (wir natürlich auch)!


Und die Mädels haben nun eine eigene Bank! Dort kann man prima bei ihnen verweilen und entspannen…!


Außerdem haben sie jetzt die coolste Hühnerklappe EVER! Von Guddy besorgt und vom Drachentöter gebastelt!

 


Dann gab es noch unseren Hochzeitstag den wir mit Otto im Siegerland verbracht haben denn wir hatten beide ein langes Wochenende! Zufälligerweise fiel mir eine tolle, knapp 10 Kilometer lange Wanderroute mit dem Namen „Braut und Bräutigam“ auf dem Fledermaussteig in die Hände und das passte natürlich wie Arsch auf Eimer! Das Wetter zeigte sich mal wieder von seiner schlechtesten Seite und wir fuhren bei Regen los in Richtung Siegerland! So etwas kann mir mittlerweile aber nicht mehr die Laune verderben, ich bin es sooo Leid mich vom Wetter einschränken zu lassen! 

Aber wir hatten unfassbares Glück denn kurz vor dem Ziel hörte es auf zu regnen und es wurde ein richtig schöner und warmer Tag! Die Wanderroute war toll und abends gab es ganz ramontisch ein lecker Hochzeitstagsessen (Wildragout mit Waldpilzen aus der Dose mit Spätzle)! ;-)

Vorsorglich bauten wir auch Ottos neues Regendach auf aber wir hatten Glück denn es fing erst spät abends an zu regnen…! Das neue Regendach ist super und diesmal auch tatsächlich ein Regendach, so dass wir noch lange draußen sitzen konnten…!

Die Fotos findet ihr hier:

https://photos.app.goo.gl/LmxbQ8zeaabX2tXb8

So und jetzt zum Garten:

Tomaten gab bzw gibt es dann doch noch reichlicher als erwartet! Zuerst waren die Cocktailtomaten dran und ich habe bisher tatsächlich über 200 Stück geerntet (ja ich zähle mit)!

Vor ein paar Wochen wurden dann endlich auch die großen Tomaten rot und mittlerweile habe ich davon auch um die 30-40 Stück geerntet! Nichts im Vergleich zu den Vorjahren und erst Recht nichts im Vergleich zum Tomatensommer 2020 aber bei dem Wetter doch viel mehr als erwartet…!

 


Brombeeren gab es auch wieder in Hülle und Fülle und zwar so viele dass ich gar nicht wusste wohin damit! Es gab also Brombeerkuchen und auch Milchshakes…!

 


Gurken konnte ich auch ordentlich ernten und auch die Zucchini is noch richtig gut ausse Puschen gekommen…!

Und das Lustige bzw Gruselige ist, dass es die Zucchini wie Corana macht – sie kommt in Wellen! Die erste Welle brachte uns 10 richtig große Klopper! Dann war ein paar Wochen Ruhe und es kamen wieder 10 Klopper, noch größer und dicker als in der ersten Welle! Und seit ein paar Tagen hat jetzt die dritte Welle begonnen! Der Drachentöter ist schwer begeistert…! ;-)

 

 




Auch wenn das Gärtnern in diesem Jahr aufgrund des Wetters wirklich seltsam und schwer ist, so ging doch noch Einiges und ich konnte sogar noch das eine oder andere Bio-Körbchen an Freunde verschenken…!

So richtig los ging der Sommer dann tatsächlich Anfang September denn da bekamen wir das bisher schönste und auch beständigste Wetter in diesem Jahr! Das musste natürlich ausgenutzt werden und zwar mit Spaziergängen direkt vor der Haustür…!

 





So das war es dann erst einmal wieder! Mal schauen was der September noch so bringt…!