Mein letzter
Urlaub in diesem Jahr!
Der Drachentöter
hat noch 2x Urlaub aber für mich war es das mit Urlaub in 2021!
Natürlich wollten
wir unbedingt noch einmal mit Otto auf Tour gehen und hatten auf einen goldenen
Oktober gehofft! Na ja, so
golden war unsere Urlaubswoche zwar nicht aber es hätte durchaus schlimmer
kommen können…!
Das Ziel unserer
Tour machten wir, wie schon so oft, vom Wetter abhängig! Und da es ja bereits
früh dunkel und somit auch kalt wird, wollten wir auch nicht mehr sooo weit weg
fahren…! Also
studierte ich die Wettervorhersagen und entschied mich für Niedersachsen denn
ich wollte gern irgendwo hin wo wir mit Otto noch nicht gewesen sind!
Ich weiß
nicht ob ich es schon einmal erwähnt habe aber ich bin immer die Planerin bei
unseren Touren! Ich mache das einfach furchtbar gern, kann stundenlang nach
Zielen und Wanderrouten im Netz recherchieren und mich richtig darin verlieren…!
Der Drachentöter macht das gar nicht gern und ist froh dass ich daran so einen
Spaß habe und er nur noch fahren muss…!
Am Mittwoch
in der Früh sattelten wir also Otto und es ging los ins Weserbergland, knapp
200 Kilometer von zu Hause entfernt! Unser erstes
Ziel war der Süntel, ein 440 Meter hoher Mittelgebirgsstock denn dort sollte
uns unsere Wanderung auf den Hohenstein führen!
Dort
angekommen stellten wir fest, dass der sehr abgelegene und große Wanderparkplatz
auch ein ideales, erstes Nachtlager sein könnte! Ein großer Baum bot mit seinen
dichten und tief hängenden Ästen ein tolles Blätterdach als Schutz vor
eventuellem Wind oder Regen und es gab sogar eine Quelle an der man Wasser
holen konnte…! Begeistert darüber dass das Nachtlager bereits gefunden war,
brachten wir Otto und in Position und machten uns an den Aufstieg auf den
Hohenstein!
Da die
Steigung nicht ohne war, entschieden wir uns für eine 6 Kilometer lange
Rundwanderung und wurden mit einem gigantischen Ausblick auf den Süntel und
seine Klippen belohnt…!
Irgendwann
am späten Nachmittag waren wir wieder an unserem Nachtlager und richteten uns
erst einmal häuslich ein! Als es dann einmal für 15 Minuten leicht zu regnen
anfing, entschieden wir uns dann doch dafür unser Regendach aufzubauen! Der
Baum bot zwar guten Schutz aber bei einem möglichen Starkregen wären wir
vermutlich doch nass geworden! Im Nachhinein war das gar nicht nötig denn diese
15 Minuten sollten alles an Regen gewesen sein aber das konnten wir ja vorher
nicht wissen…!
Und auf
einmal bekamen wir Besuch! Eine ältere und sehr nette Hippie-Frau kam mit
Wasserkanistern um sich an der Quelle zu bedienen! Sie sah uns mit Otto und wir
kamen sehr lange ins Gespräch denn es stellte sich heraus, dass diese Frau
selbst einen umgebauten Bulli besitzt mit dem Sie auf Tour geht! Ist Sie nicht
auf Tour dann wohnt sie in einem umgebauten Bauwagen ohne fließend Wasser und
bedient sich deshalb regelmäßig an der Quelle! Wir kamen von Hölzken auf
Stöcksken, tauschten Erfahrungen aus und haben uns so gut verstanden dass wir
Sie fast noch zum Essen eingeladen hätten…!
Später
sollten wir dann tatsächlich noch einmal Besuch bekommen und zwar von Steve,
einem mittelmäßig unterhaltsamen Verschwörungstheoretiker der ebenfalls Wasser
an der Quelle holte weil er dessen „heilende Wirkung“ so schätzt…! Steve blieb zum
Glück aber nicht lange…!
Den Rest des
Tages verbrachten wir dann in ruhiger Abgeschiedenheit und viel
Amaretto-Apfeltee und Ouzo denn am Abend wurde es ziemlich kalt! Bis 21 Uhr
hielten wir es draußen aus aber dann zogen uns wir uns doch in Otto zurück! Auf
die Kälte waren wir aber bestens vorbereitet denn schließlich haben wir eine
Standheizung und ein Durchgang (20 Minuten) reicht aus um Otto für mehrere
Stunden muckelig warm zu bekommen…! Außerdem hatten wir „Wolf“ dabei, meine
gigantisch große und ca. 50 Kilo schwere Kunstfelldecke, die ich letztes Jahr
zum Geburtstag bekommen habe! Wolf ist eines der besten Geschenke das ich je
bekommen hab denn er hält so unglaublich warm – einfach fantastisch! Die Nacht
war also gar kein Problem und wir haben super geschlafen, auch ohne einen
zweiten Durchgang Standheizung…!
Nach einer
erholsamen Nacht und einem ausgiebigen Frühstück, ging es wieder los denn es
sollte zum ITH gehen! Auch der ITH ist ein Mittelgebirge im Weserbergland und ca.
30 Kilometer vom Süntel entfernt! Dort angekommen entdeckten wir auch sofort
einen super Schlafplatz mit traumhafter Aussicht über Berg und Tal und konnten
unser Glück kaum fassen! Also wieder keine nervige Sucherei nach einem
Schlafplatz –klasse! Den Brüller entdeckten wir aber dann: Ganz in der Nähe von
unserem Schlafplatz entdeckten wir einen versteckten Grillplatz mit frei
zugänglichem Plumsklo!! Wir haben sehr gelacht und uns über diesen „Luxus“ auch
sehr gefreut…!
Dann ging es
los und wir bestiegen den ITH! Unser Ziel waren die beiden Felsen „Adam und Eva“
und für dieses Vorhaben hatte ich eine 6 Kilometer lange Wandertrecke
rausgesucht! Diese Strecke hatte es wirklich in sich, es ging zäh wie Kaugummi
immer weiter nach oben, in endlosen und sehr langgestreckten Kurven…! Die
Felsen und Klippen waren toll und den Aufstieg auf jeden Fall wert aber dann wendete
sich das Blatt!
Der
Drachentöter entschied nämlich spontan die Route auf eigene Faust „ein wenig“ abzuändern
damit wir einen Teil der Strecke nicht doppelt laufen mussten...!
Wir schoben
also einen „kleinen Schlenker“ ein und kamen somit dann auch am ITH
Aussichtsturm vorbei, den wir ansonsten nicht passiert hätten…! Dieser „kleine
Schlenker“ war 4 Kilometer lang! Ganze zusätzliche 4 Kilometer und das im
Gebirge mit teilweise alpinem Charakter! Es war sowas von hardcore und ich weiß
nicht wann ich das letzte Mal so erledigt gewesen bin…! Der Drachentöter gab
(im Gegensatz zu mir) übrigens nicht ein einziges Mal Klagelaute von sich,
konnte er ja auch nicht denn schließlich war dieser „kleine Schlenker“ auf SEINEM
Mist gewachsen…!
Wir
brauchten für diese 10 Kilometer Wanderung den kompletten Tag und ich hätte
nicht einen Schritt mehr weiter gehen können…! Es war eine wirklich tolle Tour,
sie grenzte aber auch ganz stark an Körperverletzung…!
An Otto
angekommen wollte ich nur noch 2 Sachen, nämlich sitzen und essen! Also schnell
eine Dose Chilli warm gemacht und die tolle Aussicht genossen – völlig einsam
und allein! Der Himmel war den Tag über komplett aufgerissen und wir konnten
wunderbar in der Sonne sitzen! Später wurden wir mit einem tollen
Sonnenuntergang belohnt…! Da sich die letzten Wolken verzogen hatten, wurde es
eine sternklare Nacht und kalt – richtig kalt! Wir tranken wieder ordentlich
Amaretto-Tee und Ouzo und eigentlich hätten wir uns schon viel früher in Otto
zurückziehen müssen aber es ging einfach nicht denn der Sternenhimmel fesselte
uns einfach zu sehr! Soooo einen wunderschönen und gigantischen Sternenhimmel habe
ich bisher nur in Bayern gesehen, man kann es nicht in Worte fassen!
Irgendwann
stand ich einfach auf (vom Amaretto und Ouzo gut angeschickert), breitete die
Arme aus, legte den Kopf in den Nacken, drehte mich im Kreis und ich schwöre
ich hatte Tränen in den Augen weil ich in diesem Moment einfach so glücklich
war! Es war ein absolut perfekter Moment!
DAS IST ES!!
Für solche Erlebnisse lebt man doch, oder?! Ich kann einfach nicht verstehen
dass es Leute gibt die nur zu Hause sitzen…!
Und dann kam
ein kurioser Gänsehautmoment denn wir bemerkten dass Otto genau unterm großen
Wagen stand – was für ein Anblick! Ich ärgerte mich etwas dass ich Kamera und
Stativ nicht dabei hatte denn ich wollte dieses Bild unbedingt konservieren!
Dann entdeckte der Drachentöter aber dass er an seinem Handy die „Belichtungszeit“
und die „Blende“ verändern kann und ihm gelang es tatsächlich Otto unterm
großen Wagen zu fotografieren – was für ein fantastisches Bild, ich liebe es!!
Man mag es
kaum glauben aber auch in dieser bitterkalten Nacht, reichte einmal Vorheizen
mit der Standheizung aus! Und dank Wolf (ich habe ihn seit dieser Nacht heilig
gesprochen) schliefen wir wieder super und ohne zu frieren…!
Als es hell war
erwachten wir und dichter Nebel lag über Berg und Tal –futsch war die Aussicht!
Und es war kalt, mein Gott war das kalt! So bitterkalt dass man es kaum
ausgehalten hat und noch kälter als am Abend! Zum Glück brach der Nebel dann
auf und die ersten, vereinzelten Sonnenstrahlen erreichten unser Plateau! Wie
die Eidechsen stellten und setzten wir uns direkt in die Sonne…! Das Frühstück
brachten wir schnell hinter uns denn wir wollten nur noch weg um aufzutauen…!
Wir
beschlossen also erst einmal ein wenig mit Otto in der Gegend rum zu cruisen
denn es sollte ein schöner Tag werden aber zuerst einmal musste die Sonne den
Nebel besiegen…!
Irgendwann mittags
war es dann auch soweit und wir beschlossen die nächste Wanderung in Angriff zu
nehmen! Diese sollte uns wieder auf den ITH führen, allerdings an einer anderen
Stelle! Unser Ziel nannte sich „Felsentor“ und war über eine kurze (4
Kilometer) aber extrem steile Wanderstrecke zu erreichen! Mein Gott war das
steil, eine der heftigsten Steigungen die wir je bezwungen haben! Aber kurz und
knackig steil ist uns wesentlich lieber als diese langgezogenen Steigungen die
sich endlos dahinziehen…! Da uns die 10 Kilometer vom Vortag noch ordentlich in
den Knochen steckten, reichte diese 4 Kilometer Tour auch völlig aus…!
Wir
steuerten den nächsten Stellplatz an (den wir schon im Vorfeld über google
earth erspäht hatten) und ich war sofort verliebt in diesen Platz! Ein kleiner
und sehr einsam gelegener Wanderparkplatz direkt am Waldrand, von hohen Bäumen
umschlossen aber in der Mitte trotzdem unter freiem Himmel!
Eigentlich
wollten wir dort noch eine Nacht verbringen und uns am nächsten Tag dann auf
den Heimweg machen aber wir entschieden uns aus Vernunft dagegen! Der Himmel
war nämlich wieder absolut wolkenlos und es sollte wieder eine sternklare Nacht
werden! Allerdings sollte es NOCH kälter werden als in der Nacht zuvor und in den
höheren Lagen (also bei uns), stellenweise sogar Bodenfrost geben! Wir
beschlossen dann schweren Herzens dass es jetzt gut sein muss! Was sollte auch
noch kommen? Wir hatten bereits eine wunderschöne, sternklare und unvergessliche Nacht im „5
Millionen Sterne Hotel“ hinter uns und am nächsten Morgen sollte es eh nach
Hause gehen…! Man muss auch wissen können wann Schluss is…!
Wir packten
also noch ein allerletztes Mal die Stühle aus, aßen gemütlich zu Abend und
machten uns dann, wehmütig aber glücklich, auf den Weg nach Hause! Gegen 21 Uhr
waren wir dann auch zu Hause…!
Das war ein
wirklich toller Abschluss der Otto Saison 2021 mit wunderschönen Erlebnissen
und Eindrücken! Der nächste Frühling kommt hoffentlich ganz bald und bis dahin
bleiben uns ja immer noch Tagesausflüge…!
Die Fotos
kann man sich wie immer hier anschauen:
https://photos.app.goo.gl/JzWaecj3ZC2DWNTy8