Mittwoch, 25. April 2018

Emmi Itäranta – Der Geschmack von Wasser

Seit frühester Kindheit sind Noria und Sanja beste Freundinnen: Noria, die Tochter des Teemeisters, die bald selbst Teemeisterin sein wird und die Traditionen ihres Vaters auf die ihr eigene Weise neu auslegt, und Sanja, die gerne über die nahe gelegene Mülldeponie streift, um dort Plastikgeräte aus der »Alten Zeit« zu suchen und sie zu reparieren. Als Sanjas Familie immer mehr unter der allgemeinen Trinkwasserknappheit im Land zu leiden hat, entschließt sich Noria zu einem schicksalhaften Schritt: Sie erzählt ihrer Freundin von der geheimen Wasserquelle in der Felshöhle. Bald gibt es noch mehr Mitwisser, und Noria gerät ins Visier des Militärs, das jedes Geheimhalten von Wasservorräten als Wasserstraftat brandmarkt und ohne Gnade verfolgt. 

Noria ist 17 Jahre alt, hat gerade die Schule beendet und muss sich jetzt überlegen welchen Weg Sie gehen möchte. Ihrer Mutter wäre es am liebsten wenn Sie in eine große Stadt gehen und dort einen Beruf erlernen würde. Ihr Vater wünscht sich allerdings dass Noria in Ihrem kleinen Dorf bleibt um wie er Teemeisterin zu werden, so wie es seit vielen Generationen in der Familie Tradition ist und das ist auch Norias Wunsch.

Allerdings sind die Zeiten hart, Teemeister ist kein erstrebenswerter Beruf mehr, vor allem nicht auf dem Land denn dort nehmen nur noch Wenige an Teezeremonien teil.

Seit Jahrhunderten schon ist das Trinkwasser knapp und es wird immer knapper. Die Leute bekommen Ihr Trinkwasser wöchentlich von der Regierung zugeteilt, es besteht aus gereinigtem und vom Salz befreiten Meerwasser aber die Rationen sind knapp und werden von Woche zu Woche knapper. Die Kontrollen und die Überwachung  durch das Militär werden immer strenger und Wasserverbrechen (die illegale Beschaffung und der Besitz von Wasser) werden immer schwerer bestraft…!

Zwar bekommen Teemeister, die so etwas ähnliches wie Priester sind, zwar eine größere Menge Wasser zugeteilt aber auch diese Mengen reichen zum Leben eigentlich nicht aus.
Früher nannten sich die Teemeister selbst  auch „Die Hüter des Wassers“ und viele Teemeister besaßen eine geheime Quelle. Von dieser Quelle erfährt Noria jetzt denn nun wird Sie ja selbst Teemeisterin und Sie steht vor der schweren Aufgabe dieses Wissen geheim zu halten obwohl die Menschen in Ihrem Dorf dursten und es der Familie ihrer besten Freundin Sania besonders schlecht geht…!

Die Geschichte spielt in einer nicht näher definierten Zukunft in „Neu Skandinavien“. Der Klimawandel hat die Pole vor langer Zeit schmelzen lassen, ganze Länder und teilweise sogar Kontinente wurden überflutet, so dass es keine natürlichen Süßwasservorkommnisse mehr gibt. Es gibt keine richtigen Winter mehr, es regnet kaum und die Welt ist auch von mehreren Ölkriegen stark gezeichnet denn Öl gibt es auch schon seit Jahrhunderten nicht mehr. Das Jahrhundert nach den größten Ölkriegen wird „das Jahrhundert der Dämmerung“ genannt aber dies ist nun auch schon mehrere hundert Jahre her und sehr viel an Wissen und Geschichte aus der Zeit vor der Dämmerung ist verloren gegangen…

So können sich Noria und Sania zuerst nicht erklären was es z.b mit den kleinen, silbernen Scheiben auf sich hat die sie auf der Mülldeponie finden…! Da sich Sania aber sehr für vergessene Technologien aus der „alten Zeit“ interessiert, findet sie bald ein Gerät mit dem Sie den Scheiben Geräusche bzw Aufzeichnungen entlocken kann und diese Aufzeichnungen stammen aus dem Jahrhundert nach der Dämmerung, betreffen die überfluteten und verbotenen Lande und sind streng geheim…!

Die Geschichte hat mir prinzipiell gut gefallen, obwohl sie nicht zu den besten Endzeitgeschichten gehört die ich bisher gelesen habe! Ich habe nichts gegen offene Enden aber hier ist es so als ob die Geschichte einfach mittendrin aufhört! Der Leser wird heiß gemacht mit den geheimen Aufzeichnungen einer Forschungsexpedition in den angeblich unbewohnbaren und überfluteten Ländern und dann passiert einfach Nichts mehr in dieser Richtung.

Klar ist das Ende, so wie es die Autorin geschaffen hat, ein viel realistischeres Ende und auf zu viel „Friede-Freude-Bratkartoffel“ steh ich ja eh nicht aber diese Geschichte hat für mich nicht einfach nur ein offenes Ende sondern sie fühlt sich für mich einfach unvollendet an! Oftmals beschwere ich mich ja darüber dass es scheinbar nur noch Trilogien gibt aber in diesem Fall wünschte ich mir dass es der erste Teil einer Trilogie wäre denn es gäbe noch so unendlich viel zu erzählen. Selbst ich hätte noch 100 Ideen was noch allem kommen könnte (und ich bin eigentlich extrem unkreativ) und ich kann echt nicht verstehen wie die Autorin eine Geschichte mit noch so viel Potential einfach so auslaufen/einschlafen lassen kann…!

Als die Geschichte endete da habe ich deshalb auch erst einmal recherschiert ob es nicht doch eine Trilogie ist bzw werden soll aber das ist definitiv nicht der Fall, was ich wirklich sehr schade und auch unlogisch finde!

Die Geschichte hat mir wie gesagt gut gefallen aber es gibt meiner Meinung nach einfach kein Ende sondern sie ist für mich einfach unvollendet…!

Endzeitfans die auf dem Trockenen sitzen weil Sie die meisten großen Bücher zu dem Thema schon gelesen haben kann ich das Buch schon empfehlen aber der große Brüller ist es dank des abrupten Endes halt nicht…

Dienstag, 10. April 2018

3 Tage am Steinhuder Meer!

Hach Kinners, war dat großartig!!
 
Bereits vor ein paar Monaten beschlossen wir in unserem Urlaub für ein paar Tage weg zu fahren und die Wahl fiel auf das Steinhuder Meer! Der Urlaub rückte näher und das Wetter zeigte sich wochenlang von seiner schlechtesten Seite und wir befürchteten Schlimmes…!

Aber es sollte anders kommen denn pünktlich zum Urlaubsbeginn schlug das Wetter schnell und kräftig um und der Frühling kam mit Macht!

Das Steinhuder Meer empfing uns mit strahlendem Sonnenschein, wolkenlos und mit blauem Himmel bei tollen, wenn auch zuerst noch leicht frischen Temperaturen –wir konnten unser Glück kaum fassen!

Einquartiert hatten wir uns auf einem alten Bauernhof mit 5 Gästezimmern und 2 Ferienwohnungen, in dem kleinen Örtchen „Auhagen“, 6 Kilometer vom Steinhuder Meer entfernt und es war toll dort! Gemietet hatten wir eine Ferienwohnung mit Terrasse und das war eine super Entscheidung! Das Örtchen Auhagen ist sehr winzig, eigentlich gibt es dort nur ein paar Bauernhöfe und das war es dann auch schon! Totale Idylle, frühstücken im Sonnenschein auf der Terrasse und im Hintergrund ein paar blökende Schafe und gackernde Hühner denn wir waren die einzigen Gäste –herrlich!

Am Steinhuder Meer selbst hat es uns auch super gut gefallen und man bekommt an dem 30  Quadratkilometer großem See wirklich den Eindruck man wäre tatsächlich am Meer!

Wir schlenderten über die Promenade in Steinhude, aßen selbstverständlich reichlich frischen Fisch und Krabben, wobei es stündlich immer wärmer wurde und mieteten uns bei Sonnenuntergag ein kleines Boot mit dem wir der untergehenden Sonne entgegenfuhren  –einfach nur traumhaft!

Wir fuhren auch zum Nordufer um dort spazieren zu gehen und stellten dabei fest, dass sich das Nord- und das Südufer stark voneinander unterscheiden! Während man am Südufer (an der Promenade in Steinhude) reichlich Restaurants, Cafes, Fischbuden, Eisstände usw vorfindet und dort auch Boote mieten und Bootsausflüge buchen kann, gibt es das am Nordufer alles nicht! Dort ist der See und die Natur rauer und sehr naturbelassen, dafür gibt es tolle Strandabschnitte und der Wind wehte stärker (während es am Südufer ziemlich windstill war)! Am Nordufer tummeln sich deshalb auch die Windsufer, die ordentlich auf ihre Kosten kommen und es macht richtig Spaß sie dabei zu beobachten…!

Trotz des tollen Wetters war es sowohl am Nord- als auch am Südufer nicht überlaufen aber das sollte sich am nächsten Tag ändern…! Der nächste Tag präsentierte sich nämlich noch schöner und wärmer als der Vorherige und man konnte eigentlich schon nicht mehr von Frühling sprechen denn es herrschten richtig sommerliche Temperaturen! Wir hatten tatsächlich 26 Grad und absolut wolkenlose Windstille, da kam sogar ordentlich Sonnencreme zum Einsatz! Wir fuhren zuerst mit einem „Auswandererboot“ eine halbe Stunde lang zur Insel „Wilhelmstein“ und besichtigten dort die alte Festung, die früher zeitweise sogar mal als Gefängnis diente!

Als wir nach dieser Tour zur Promenade zurückkehrten, war es doch ziemlich voll dort und das gefiel uns gar nicht! Wir beschlossen dann dem Rundwanderweg zur Badeinsel zu folgen und ihr einen Besuch abzustatten! Die Badeinsel ist durch eine Brücke mit dem Festland verbunden, so dass man sie auch zu Fuß erreichen kann! Auf der Insel war es zwar auch nicht unbedingt leer aber es war auch nicht überlaufen und wir ergatterten am Aussichtturm sogar noch einen Platz direkt am Wasser und erfrischten uns erst einmal ein Weilchen mit kühlen Getränken aus dem dortigen Imbiss!

Zurück an der Promenade traf und dann aber fast der Schlag denn es war inzwischen so brechend voll dort dass man kein Bein mehr an die Erde bekam und das wollten wir uns echt nicht antun! Kurzerhand setzten wir uns also ins Auto und fuhren ein paar Orte weiter, wo wir uns einen kleinen, einsamen Bootssteg suchten und die totale Ruhe genossen! An diesem Steg verbrachten wir dann ein paar Stunden in der Sonne und genossen das fantastische Wetter und den Sonnenuntergang! Erst abends kehrten wir zur Promenade  zurück, in der Hoffnung dass sich die Massen inzwischen gelichtet haben und dieser Wunsch wurde uns auch tatsächlich erfüllt! Die Massen waren abgezogen, es war wieder schön ruhig und wir bekamen sogar einen Platz auf der Strandterrasse direkt am Wasser, wo wir dann mal wieder leckere Fischgerichte aßen und auf den See blickten!

Am letzten Tag checkten wir erst einmal gemütlich aus unserem Bauernhof aus und erkundeten noch ein bisschen die Gegend und eine Stelle des Sees an der wir noch nicht gewesen waren! Danach folgte ein letzter Besuch an der Promenade, wo wir zu Mittag aßen, uns mit Fisch für zu Hause eindeckten und uns dann irgendwann gemütlich auf den Weg machten…!

Diese 3 Tage waren sowas von großartig, es war rundum einfach alles super toll und es war eine richtig gute Entscheidung ans Steinhuder Meer zu fahren!

Die 3 Tage waren auch genau der richtige Zeitrahmen für einen Kurzurlaub dort denn auch wenn der See riesig ist, so kann man ihn nicht uneingeschränkt besuchen! Es gibt eigentlich nur 4 Stellen/Orte an denen man direkt zum Ufer kann, der Rest ist Naturschutzgebiet und nicht zugänglich, was für die Natur und die Tiere eine echt gute Sache ist! Wir haben in den 3 Tagen eigentlich alles gesehen und gemacht was man am Steinhuder Meer so unternehmen kann und an weiteren Tagen hätte es wohl Wiederholungen gegeben (was aber auch nicht schlimm gewesen wäre denn erneutes Bootfahren hätte uns auch gut gefallen)!

Wer begeisterter Fahrradfahrer oder Windsurfer ist, dem würde ich auch einen längeren Aufenthalt empfehlen denn es gibt viele Rundwege und Strecken für Fahrradfahrer und die Windsurfer können vom Nordufer bestimmt eh nicht genug bekommen…! Für uns war es aber die perfekte Aufenthaltsdauer! 

Ein verlängertes Wochenende oder einen Kurzurlaub ans Steinhuder Meer können wir nur wärmstens empfehlen, es ist wie ein Urlaub am Meer das man (vom Ruhrpott aus) in nur 2 Stunden erreicht hat!

Natürlich sind auch wieder viele Fotos entstanden die man sich hier anschauen kann:



Montag, 2. April 2018

Ostern!

So nun ist Ostern auch schon wieder rum! War nicht grad erst Silvester?
Zumindest das Wetter schreitet nicht so schnell voran wie sich das Jahr anfühlt! Der Frühling lässt ganz schön auf sich warten und dabei haben wir sogar noch Glück im Unglück denn uns erreichten ziemlich dick verschneite Ostergrüße aus Berlin und von der Ostsee -unfassbar!

Karfreitag stand abends ein schönes und sehr leckeres Abendessen im Waltroper "Yachthafen" an denn es gab noch einen Geburtstag nachzufeiern! Sehr gefreut hab ich mich als ich entdeckte dass es schon Spargel auf der Karte gab!




Samstag gab es dann tatsächlich mal wieder ein bisschen Frühling und ich habe tatsächlich einige Stunden mit nem Buch auf der Terrasse verbracht und musste mir sogar das Gesicht eincremen denn wenn die Sonne da ist dann hat sie auch schon gut Kraft -leider ist sie zur Zeit nicht so oft da...!







Ostersonntag war es dann mit dem Frühling auch schon wieder vorbei denn es war grau in grau und schüttete ganz schön kräftig! Gut dass wir einige Stunden drinnen beschäftigt waren denn wir hatten uns ganz schön viel vorgenommen...!






Nachmittags kriegte sich das Wetter dann zum Glück aber noch ein und es blieb zumindest trocken! Das passte uns sehr gut in den Kram denn schließlich wollten wir noch DAS Event des Dorflebens besuchen! Dieses Jahr steht ja "Hühnerstall reloaded" auf dem Plan und das war eine gute Gelegenheit um sich ein paar Inspirationen zu holen! Und der Besuch hat sich auch gelohnt denn ich war ganz begeistert dass sogar "Holländische Haubenhühner" vertreten waren denn mit denen liebäugle ich schon seit Monaten! Ich hab auch direkt Kontakte geknüpft und meinen persönlichen Haubenhuhn-Dealer gefunden...!










Heute hielt sich das Wetter zum Glück auch denn es stand ein kleines, privates Osterfeuerken auf dem Programm! Eigentlich brauchen wir ja absolut keinen Grund für Feuer aber an Ostern passt so ein Feuer dann natürlich besonders gut...! Heute war dann auch der Drachentöter dabei denn an den restlichen Ostertagen musste er leider komplett arbeiten -Ja ja, Lokführer ist schn ein "toller" Beruf...!! 


Ab Morgen soll dann (angeblich) der Frühling endlich längerfristig Einzug eralten und kann es nur hoffen und wünschen denn nur noch die restliche Woche überstehen und dann ist erst einmal Urlaub angesagt...!



Freitag, 30. März 2018

Jens Bühler - Reset


Hauptkommissar Markus Steller leitet einen Polizeieinsatz von Spezialkräften in der Frankfurter Innenstadt. Zeitgleich, nur wenige hundert Meter entfernt, überfällt Demir Kara zusammen mit seinem Komplizen einen Diamantenkurier. Beide Unternehmungen versinken im Chaos, als sich die Stadt innerhalb von Minuten in ein Tollhaus verwandelt. Von rasender Wut besessen beginnen die Menschen übereinander herzufallen. Wer sich nicht in Sicherheit bringt, wird in Stücke gerissen. Verzweifelt versuchen beide Männer, gemeinsam mit anderen Überlebenden, der Hölle zu entkommen. Während die Welt dem Wahnsinn zu erliegen droht, erfährt die Kommandantin des Forschungsbunkers Fenris, Generalmajor Aila Torbeck, dass der Feuersturm der Wut, der die Welt verbrennt, erst der Anfang ist. Der Druck, der auf Torbeck lastet, ist gewaltig. Sie und ihre Mitarbeiter sind die letzte Hoffnung auf Rettung vor dem drohenden Untergang. Aber die Kommandantin hat noch ganz andere Sorgen. Wie soll sie ihre Tochter Katta retten, die alleine in Frankfurt um ihr Leben kämpft?


Generalmajor Aila Torbeck ist 50 Jahre alt, alleinerziehende Mutter einer 20 jährigen Tochter und die Leiterin der neuen und hoch geheimen biologischen Forschungseinrichtung „Fenris“. Fenris befindet sich in einem riesigen Bunkerkomplex, tief eingelassen in einem Berg des Schwarzwaldes.

Eines Tages wird aus heiterem Himmel die höchste Alarmstufe ausgelöst und Aila wird in Windeseile von Soldaten abgeholt und in den Bunker gebracht der hinter ihr direkt versiegelt wird. Eigentlich steht Ihrer Tochter im Ernstfall auch der Schutz des Bunkers zu aber diese befindet sich an diesem Wochenende ausgerechnet in Frankfurt…

Über Drohnen und Monitore muss Aila mit ansehen wie die Welt um Sie herum im Chaos versinkt und ein Großteil der Bevölkerung innerhalb von ein paar Minuten von enormer Wut und Raserei gepackt wird und auf andere Menschen losgeht. Und dieses Phänomen beschränkt sich nicht nur auf Deutschland sondern tritt weltweit auf…

Als alles außer Kontrolle gerät befindet sich der 20 jährige Demir gerade vor einem Bankgebäude um mit seinem Freund einen Diamantenkurier zu überfallen. Als die rasende Meute auf ihn losgeht, bleibt ihm nichts anderes übrig als sich auf das Dach des riesigen Bankgebäudes zu flüchten…

Währenddessen hat der 40 jährige Polizist Markus Steller gerade einen sehr emotionalen Einsatz hinter sich, der ihn an die Grenzen seiner Belastbarkeit gebracht hat, als auch er bemerkt wie das Chaos ausbricht…

Es fällt mir etwas schwer über dieses Buch zu schreiben denn auf der einen Seite hat es mir gut gefallen, auf der anderen Seite hat mich aber so einiges doch ziemlich gestört.

Ich lasse jetzt mal außen vor dass es mich zu Anfang doch sehr aufgeregt hat dass Aila Torbeck zwar die Leiterin von Fenris ist, im Grunde aber eigentlich gar nicht weiß was dort überhaupt gemacht wird.

Die Geschichte ist in einem rasantem Tempo geschrieben und umfasst insgesamt einen Zeitraum von lediglich 4 Tagen.

Die einzelnen Kapitel werden abwechselnd aus Ailas, Demirs und Markus Sicht erzählt und sind zu Anfang noch ziemlich lang. Nach und nach wird die Geschichte immer schneller und rasanter und die Kapitel werden deutlich kürzer, bis sie letztendlich nur noch maximal eine Seite umfassen.

Die einzelnen Figuren sind sehr detailliert beschrieben, so dass man schnell an ihnen hängt und mit ihnen mitfiebert. Recht schnell begegnen sich die Figuren auch, so dass ihre Geschichten zu einer gemeinsamen Reise verschmelzen…

Ich liebe Geschichten in denen unterschiedliche Charaktere in Ausnahmesituationen um ihr Leben kämpfen und flüchten müssen und Endzeitgeschichten sind ja eh voll mein Ding.

Was ich allerdings überhaupt nicht mag das sind Science Fiction Elemente und leider driftet die Geschichte gegen Ende in diese Richtung ab. Hätte ich das von Anfang an gewusst dann hätte ich dieses Buch gar nicht erst angefangen. Zum Glück ist es nur der letzte Teil der in diese Richtung geht denn wäre das bereits früher der Fall gewesen so hätte ich die 500 Seiten bestimmt nicht zu Ende gelesen…!

Ich hing aber bereits zu sehr an den Figuren und fieberte zu sehr mit Ihnen mit als dass ich das Buch noch hätte abbrechen können. Außerdem wollte ich schon sehr gerne wissen wie die Geschichte ausgeht. Ich bin auch froh dass ich das Buch nicht abgebrochen habe denn die Geschichte war bis zum Schluss sehr spannend, voller Action und hat mir trotz dieser Science Fiction Wandlung gut gefallen (auch wenn ich mir ein anderes Ende gewünscht hätte).

Wenn man Science Fiction mag dann kann man gegen das Ende aber auch wirklich nichts sagen denn ich muss gestehen dass die Idee schon sehr kreativ und echt nicht schlecht war, ich hätte es mir aber halt trotzdem anders gewünscht…

Bis auf das Ende hat mir das Buch wirklich gut gefallen und ich würde es durchaus empfehlen, es ist aber mit Sicherheit nicht jedermanns Geschmack…

Mittwoch, 14. März 2018

Paul Pen - Glühwürmchen, glüh



Er ist zehn Jahre alt und lebt im Keller. Ein Brand hat seine Familie entstellt. Seit seine Schwester ein Baby bekommen hat, verhalten sich alle besonders merkwürdig. Und was hat es mit dem »Grillen-Mann« auf sich, der nachts auf ihn lauert? Die einzigen Lichtblicke des Jungen sind ein winziger, durch das Kellerfenster einfallender Sonnenstrahl und ein paar Glühwürmchen, die er im Glas hält. Ihr Leuchten gibt ihm die Kraft das düstere Leben zu ertragen und von einer besseren Zukunft zu träumen. Doch alle Türen sind verschlossen...

Er ist 10 Jahre alt und kennt nur den Keller in dem er mit seiner Familie lebt denn dort ist er geboren. Vor knapp 11 Jahren hat ein schrecklicher Brand seine komplette Familie entstellt und seither leben alle im Keller. Dort gibt es den launischen/tyrannischen Vater, die Mutter, die blinde Großmutter, die 28 jährige Schwester, die so entstellt ist dass sie ständig eine Maske trägt und den großen, geistig behinderten Bruder.

Eigentlich gefällt es dem Jungen ganz gut im Keller, er hat seine Familie um sich und kennt ja schließlich auch nichts anderes aber langsam kommt er in ein Alter in dem ihm viele Fragen im Kopf herumgehen und er auch wissen möchte wie die Welt außerhalb des Kellers wohl sein mag…!
Außerdem fängt er langsam an immer mehr Dinge zu hinterfragen z.b warum die komplette Familie überhaupt in diesem Keller leben muss und warum sie niemals rausgehen. Niemand von Ihnen geht nämlich je nach draußen, so hat es zumindest den Anschein. Es muss aber hin und wieder doch Jemand nach draußen gehen denn gelegentlich gibt es im Keller Milch und Eier…

Aber den Keller zu verlassen kommt für den Jungen absolut nicht in Frage denn draußen lauert der „Grillenmann“ sagen zumindest Mama und Papa und der frisst kleine, unartige Jungs…

Ziemlich am Anfang der Geschichte bekommt die Schwester des Jungen ein Baby und man muss direkt stark schlucken denn viele mögliche Väter gibt es in dem Keller ja nicht…

Die Geschichte ist sehr außergewöhnlich, extrem freakig und krank und zieht den Leser direkt in ihren Bann. Man will unbedingt wissen was sich noch für Abgründe auftun und was genau eigentlich passiert ist denn der Leser weiß auch nur das was der Junge weiß und das ist nicht viel denn seine Familie hat ihm bisher kaum etwas erzählt. Im Laufe der Geschichte findet er auch heraus dass ihm bisher sehr viele Lügen aufgetischt wurden…

Die Geschichte wird aus er Sicht des 10 jährigen Jungen erzählt, dessen Namen man bis zum Schluss nicht erfährt und auch die Namen der anderen Familienmitglieder erfährt der Leser nicht.

Das Buch zieht einen förmlich in seinen Bann denn es ist auf eine ganz spezielle Weise sehr spannend und man will gemeinsam mit dem Jungen die Geheimnisse der Familie lösen/erfahren.

Bei der Hälfte des Buches wird endlich Licht ins Dunkel gebracht und in einer sehr ausführlichen, ca. 100 Seiten langen Rückblende, werden endlich viele Geheimnisse gelüftet und der Leser bekommt endlich Antworten –um dann direkt wieder mit neuen Fragen konfrontiert zu werden und das Lächzen nach Antworten geht weiter…!

Eine wirklich sehr krasse, kranke, äußerst kreative, außergewöhnliche und spannende Geschichte die unter die Haut geht aber komplett ohne Blut und Gemetzel auskommt! Dieses Buch kurbelt das Kopfkino richtig an und macht extrem neugierig!

Das Buch ist schon sehr speziell aber ich kann es nur wärmstens empfehlen denn ich habe es verschlungen, konnte es kaum mehr aus der Hand legen und es gehört definitiv zu den besten Büchern die ich je gelesen habe…!

Das Ende hätte ich mir zwar etwas ausführlicher gewünscht aber das ist jetzt wirklich eine sehr kleine Kritik auf ganz hohem Niveau und eigentlich auch schon Korinthenkackerei…!

Ein absolut großartiges Buch, ganz großes Kino, ich bin schwer begeistert!!

Montag, 5. März 2018

Sascha Berst-Frediani – Reue



Ein Dorf in Deutschland. Sie - jung, hübsch und beruflich erfolgreich, ihr Ehemann - derb und eher schlicht. Dass er nur am Wochenende zu Hause ist, stört sie nicht. Eigentlich wäre alles perfekt, wenn dieser Untermieter nicht wäre. Am Anfang spielt sie nur mit ihm. Aber die Versuchung ist zu groß. Und plötzlich ist es ernst. Doch als sie beschließt, die Karten auf den Tisch zu legen, ist einer tot und für die Wahrheit ist es zu spät. Ein eindringlicher Roman, aus unterschiedlichen Perspektiven anhand von Rückblenden erzählt. Hart, präzise und mit der nüchternen Sprache eines Tarantino!

Sabine ist jung, hübsch, arbeitet in einer Bank und möchte beruflich noch weit kommen. Ihr Mann Dieter ist schon etwas älter, arbeitet bei der Bundeswehr und kommt nur an den Wochenenden nach Hause. Die große Liebe war es für beide nie, Heiraten gehört halt dazu und das tolle Haus und das komfortable Leben wiegen so manches auf.

Eigentlich ist Sabine auch glücklich denn sie hat einen Job den sie liebt, kann tun und lassen was sie will und wenn Dieter an den Wochenenden zu Hause ist dann gibt es auch keinen Stress. Das ruhige Leben in dem kleinen Dorf im Schwarzwald gefällt ihr eigentlich gut, bis der hübsche, junge Thomas in die Einliegerwohnung ihres Hauses zieht und sie eine Affaire mit ihm beginnt…

Die Geschichte beginnt damit dass Jemand der bei Sabine ist, früh morgens von der Polizei verhaftet wird weil er des Mordes verdächtigt wird. Ob es sich dabei um Dieter oder Thomas handelt bleibt erst einmal unklar.

Nach und nach wird in Rückblicken erzählt wie es dazu kam dass Sabine eine Affaire mit Thomas begonnen hat und man bekommt Einblicke in Sabines Gedanken und Gefühlsleben.

Die verschiedenen Kapitel werden abwechselnd aus Sabines, Dieters aber auch Thomas´ Sicht erzählt und auch über die beiden Männer und ihre Gedanken und Gefühle erfährt man sehr viel.

Thomas ist auf der Suche nach der großen Liebe und meint/hofft diese in Sabine gefunden zu haben, Dieter ist ein absolutes Alphamännchen, trinkt viel und kann mit Gefühlen nicht viel anfangen.

Gut gefallen hat mir dass es zwischendurch auch immer wieder Kapitel gibt die aus der Sicht von Sabines missgünstiger Arbeitskollegin erzählt werden. An ihr wird schön deutlich dass der äußere Schein sehr leicht fehlinterpretiert werden kann…

Gut gefallen hat mir auch dass gegen Ende des Buches ein Kapitel sogar aus zwei verschiedenen Perspektiven erzählt wird.

Und ich fand es richtig klasse dass die Kapitel so schön kurz und knackig sind und oftmals nur 2-4 Seiten umfassen. Das mag ich generell sehr gerne denn so kommt keine Langatmigkeit auf und man kann auch schnell noch ein paar Kapitel lesen obwohl man eigentlich schon auf dem Sprung ist…

Obwohl es in der Geschichte nicht viel Aktion gibt und auch die Figuren eigentlich nicht wirklich viel miteinander agieren, so war die Geschichte sehr kurzweilig und der Autor versteht es den Leser bei der Stange zu halten, obwohl eigentlich gar nicht so viel passiert. In dem Buch geht es hauptsächlich um die Gedanken und die inneren Kämpfe die die Figuren mit sich selbst austragen und obwohl man bereits nach der Hälfte des Buches erfährt wer von wem umgebracht wurde, so will man wissen wie es weitergeht, wie sich die Figuren verhalten oder sogar wandeln.

Interessant fand ich auch den Aspekt den wir alle bestimmt schon mal in der einen oder anderen Form erlebt haben, nämlich „Überlege dir gut was du dir wünscht, du könntest es bekommen“! Dies ist ein großes Thema der Geschichte.

Mit diesem inneren Konflikt müssen nämlich gleich mehrere Figuren umgehen und es ist sehr interessant zu erfahren wie die unterschiedlichen Charaktere mit diesem Konflikt umgehen und wie schnell man bereuen kann und wie abrupt sich Wünsche doch ändern können…

Mit dieser Geschichte wird deutlich dass viele Menschen nie wirklich zufrieden sind mit dem was sie gerade haben und oftmals dann sogar das genaue Gegenteil herbeisehnen…

Das Ende hat mich etwas überrascht aber es ist durchaus vorstellbar…

Für Leute die viel Aktion brauchen ist dieses Buch allerdings nicht so unbedingt geeignet und mit Tarantino würde ich es auch nicht vergleichen, dieser Vergleich ist wirklich viel zu weit hergeholt.

Alles in allem aber ein gutes Buch das ich auch weiterempfehlen kann.